Ariane 5 bringt SES 17 und Syracuse 4A in den Orbit
Eine Trägerrakete des Typs Ariane 5 brachte am 24. Oktober zwei Kommunikationssatelliten in einen geostationären Transferorbit. Der Einsatz war erst der vierte europäische Orbitalstart des laufenden Jahres. Insgesamt war es der 111. Flug einer Ariane 5 seit dem Erstflug im Jahre 1996. In der Zählsystematik der Arianespace handelte es sich dabei um die Mission VA 255 (für: Vol Ariane 255). Allerdings setzte diese Zählung bereits mit dem Erstflug der Ariane 1 im Dezember 1979 ein. Die Mission war auch der letzte Flug vor dem mit erheblicher Anspannung erwartete Start des James Webb Space Teleskopes, das einen Wert von zehn Milliarden Dollar repräsentiert.
Ohne irgendeine vorherige Ankündigung brachte China am 24. Oktober den Technologiesatelliten Shijian 21 in eine geostationäre Transferbahn. Als Träger wurde eine Langer Marsch 3B/E verwendet. Startort war der zentralchinesische Weltraumbahnhof in Xichang. Es war der 100. Start in diesem Jahr, der entweder in den Erdorbit führte oder aber auf heliozentrische Umlaufbahn. Es war auch der 39. chinesische Orbitalstart in diesem Jahr. Damit stellte China bereits im Oktober den bisherigen Rekord an durchgeführten Missionen aus dem letzten Jahr ein.
Erstflüge vollständig neuentwickelter orbitaler Trägerraketen missglücken in der Raumfahrt mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent. Südkoreas PSLV-II, die auch als „Nuri“ bezeichnet wird, wäre am 21. Oktober beinahe mit Erfolg gesegnet gewesen. Aber eben nur beinahe, denn am Ende fehlten etwa 45 Sekunden Brennzeit der dritten Stufe, um den Erfolg komplett zu machen. Dennoch scheint der über alle drei Stufen neuentwickelte Träger auf einem guten Weg zu sein, und Südkorea kann dem für den kommenden Mai anberaumten zweiten Testflug mit Optimismus entgegensehen.
Nach 12 Tagen an Bord der Internationalen Raumstation landeten die Schauspielerin Julia Peresild und der Regisseur und Kameramann Klim Schipenko an Bord der Rückkehrkapsel des Raumschiffs Sojus MS-18 in Kasachstan. Diese beiden „Spaceflight Participants“ (Raumflugteilnehmer) bildeten ein kleines Filmteam, das an Bord der ISS einen „Dreh“ für einen Spielfilm durchgeführt hatten. Gesteuert wurde das Raumfahrzeug vom Kosmonauten Oleg Nowitzki, der damit seinen dritten Raumflug beendete.
Die United Launch Alliance brachte am 16. Oktober mit einer Trägerrakete des Typs Atlas 5 401 die Asteroiden-Sonde Lucy auf eine Flugbahn, die sie in einigen Jahren zu einer Gruppe von Asteroiden bringen wird, die sich auf der Höhe der Bahn des Planeten Jupiter befinden. Die gesamte Missionsdauer ist auf zwölf Jahre veranschlagt.
Knapp einen Monat nachdem die erste Besatzung der noch rudimentären chinesischen Raumstation von einer gut 90tägigen Mission zur Erde zurückgekehrt ist, startete am 15. Oktober die zweite Crew mit dem Raumschiff Shenzhou 13 um die Einrichtungsarbeiten dort fortzuführen. Der Start an Bord einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2F erfolgte um 18:23 Uhr mitteleuropäischer Ortszeit (entsprechend 0:23 Uhr Pekinger Zeit am 16. Oktober). Startort war das nordchinesische Raumfahrtzentrum Jiuquan.
China brachte am 14. Oktober das Sonnenobservatorium Xihe in den Orbit. Die internationale Bezeichnung für dieses Beobachtungsgerät ist CHASE (für: Chinese Hydrogen-Alpha Solar Explorer). Zusätzlich zu dieser Hauptnutzlast führte der Träger – eine Langer Marsch 2D – noch zehn Kleinsatelliten mit sich. Der Start erfolgte vom nordchinesischen Weltraumbahnhof Taiyuan aus und führte auf eine sonnensynchrone polare Erdumlaufbahn.
Der 14. Oktober war ein bedeutendes Datum für den britisch/indischen Internet-Dienstleister OneWeb. An diesem Tag brachte eine Trägerrakete des Typs Sojus 2.1b „Fregat“ vom ostrussischen Raumfahrtzentrum Wostotschny aus erneut 36 Satelliten der gleichnamigen Konstellation in den Orbit. Es war die insgesamt elfte von 19 Flügen zur Bereitstellung der ersten Ausbauphase des Satellitennetzes, die insgesamt 648 Einheiten umfasst.
Am 5. Oktober brachte Roskosmos mit Sojus MS-19 neben dem Karriere-Kosmonauten Anton Schkaplerow bei seinem vierten Raumflug auch zwei so genannte „Raumflugteilnehmer“ (Spaceflight-Participants) zur ISS. Diese beiden Personen sind die Schauspielerin Julia Peresild und der Filmregisseur Klim Schipenko. Letzterer hat in Russland bereits durch eine Verfilmung der Geschichte der Rettung der Raumstation Salut 7 einen Namen. Damit befinden sich jetzt für die kommenden zwölf Tage insgesamt zehn Personen an Bord der Internationalen Raumstation.