Die achte Mission der japanischen H3-Trägerrakete am 22. Dezember schlug fehl. Wegen einer Minderleistung der zweiten Stufe, wie es zunächst hieß. Doch in den darauf folgenden Wochen verdichteten sich die Erkenntnisse immer mehr in eine Richtung, die diesen Start nahezu einmalig in der Raumfahrtgeschichte macht. Zunächst verlief die Mission wie geplant. Die H3 in der Version 22S (mit zwei Zentraltriebwerken in der ersten Stufe und zwei Starthilfsboostern) arbeitete in der Brennphase der ersten Stufe nominal. Doch dann kam es zu dem Ereignis, das wochenlang nicht aufgeklärt werden konnte, und dessen Details bis immer noch nicht ganz klar sind.

China setzte am 20. Dezember seine (derzeit noch) schwerste Trägerrakete ein, um den 23. Satelliten der TJS-Klasse in eine leicht supersynchrone Transferbahn zu transportieren. TJS (für: Tōngxìn Jìshù Shìyàn) was übersetzt in etwa für Kommunikationstechnologie-Test steht, ist eine Cover-Bezeichnung für drei Kategorien militärischer Aufklärungs- und Technologieerprobungssatelliten. Der Einsatz einer Langer Marsch 5 (kurz LM-5) weist darauf hin, dass es sich um eine massive Flugeinheit handeln muss.
„Don’t be such a square“ (Sei kein Spießer), so lautete das Motto der Rocket Lab-Mission vom 18. Dezember. Bei diesem – offiziell als STPS-30 bezeichneten Einsatz - wurden vier so genannte DISKSats für die US-Space Force gestartet. Startort war der Komplex 2 der MARS-Anlage (für: Mid Atlantic Regional Spaceport) auf Wallops Island in Virginia. Es ist der erste Orbitaleinsatz dieses Jahres, den Rocket Lab von hier aus absolviert. Allerdings startete das Unternehmen heuer schon drei suborbitale Missionen von hier aus.
