Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 8A brachte am ersten Weihnachtsfeiertag die 17. Gruppe der Guowang-Internetkonstellation – auch als SatNet LEO bezeichnet – auf eine niedrige Erdumlaufbahn. Die Gruppe umfasst neun Satelliten. Startort war der kommerzielle Teil des Raumfahrtzentrums Wenchang am Gelben Meer.
Mit einer Trägerrakete des Typs Sojus 2.1A brachten die russischen Streitkräfte den Erdbeobachtungssatelliten Obzor-R Nr. 1 in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte vom nordrussischen Raumfahrtzentrum Plessezk aus. Der Satellit wird als zivil bezeichnet, doch die Umstände des Starts weisen eher auf eine militärische Verwendung hin. Der Start erfolgte bei dichtem Schneefall.
Bei einem Satellitentransport an Heilig Abend brachte eine indische Trägerrakete des Typs LVM-3 den Kommunikationssatelliten BlueBird-6 in eine niedrige Erdumlaufbahn. Es war mit einem Startgewicht von 6100 Kilogramm die schwerste Nutzlast die bislang von einer Rakete dieses Typs ins All transportiert worden war. Starts der LVM-3 werden in Indien besonders genau beobachtet, denn eine Variante dieses Trägers wird zukünftig für die bemannten Missionen des Landes eingesetzt werden.
Erstflüge müssen nicht immer scheitern. Etwa 50 Prozent sind erfolgreich, wie wir an dieser Stelle schon vielfach festgestellt haben. Es gibt auch Flüge mit sehr hohen Ambitionen, die ihre Primärziele zu 100 Prozent erfüllen, bei denen aber die Sekundärziele nicht vollständig erreicht werden. Dies war am 23. Dezember beim Erstflug der Langer Marsch 12A der Fall. Sie erzielte einen perfekten Orbiteinschuss, die triebwerksgesteuerte Landung der ersten Stufe, 300 Kilometer vom Startort entfernt, scheiterte jedoch in der Endphase.
Die achte Mission der japanischen H3-Trägerrakete am 22. Dezember schlug fehl. Wegen einer Minderleistung der zweiten Stufe, wie es zunächst hieß. Doch in den darauf folgenden Wochen verdichteten sich die Erkenntnisse immer mehr in eine Richtung, die diesen Start nahezu einmalig in der Raumfahrtgeschichte macht. Zunächst verlief die Mission wie geplant. Die H3 in der Version 22S (mit zwei Zentraltriebwerken in der ersten Stufe und zwei Starthilfsboostern) arbeitete in der Brennphase der ersten Stufe nominal. Doch dann kam es zu dem Ereignis, das wochenlang nicht aufgeklärt werden konnte, und dessen Details bis immer noch nicht ganz klar sind.
China setzte am 20. Dezember seine (derzeit noch) schwerste Trägerrakete ein, um den 23. Satelliten der TJS-Klasse in eine leicht supersynchrone Transferbahn zu transportieren. TJS (für: Tōngxìn Jìshù Shìyàn) was übersetzt in etwa für Kommunikationstechnologie-Test steht, ist eine Cover-Bezeichnung für drei Kategorien militärischer Aufklärungs- und Technologieerprobungssatelliten. Der Einsatz einer Langer Marsch 5 (kurz LM-5) weist darauf hin, dass es sich um eine massive Flugeinheit handeln muss.
„Don’t be such a square“ (Sei kein Spießer), so lautete das Motto der Rocket Lab-Mission vom 18. Dezember. Bei diesem – offiziell als STPS-30 bezeichneten Einsatz - wurden vier so genannte DISKSats für die US-Space Force gestartet. Startort war der Komplex 2 der MARS-Anlage (für: Mid Atlantic Regional Spaceport) auf Wallops Island in Virginia. Es ist der erste Orbitaleinsatz dieses Jahres, den Rocket Lab von hier aus absolviert. Allerdings startete das Unternehmen heuer schon drei suborbitale Missionen von hier aus.