Am 17. März startete China den vierten Satelliten der LKW-Reihe (für: „Lùdì kānchá wèixīng“) gestartet. Der Start erfolgte um 8:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 15:10 Uhr zentralchinesischer Zeit) von der Rampe 94 des Startkomplexes 43 auf dem nordchinesischen Raumfahrtzentrums Jiuquan. Es war die achte chinesische Orbitalmission in diesem Jahr.

LKW-1 war am 2. Dezember gestartet worden, LKW-2 am 23. Dezember, und LKW-3 am 13. Januar. Wie immer wurde auch dieses Mal offiziell bekannt gegeben, dass der Satellit "für wissenschaftliche Experimente, Landvermessung, Erntevoraussagen und Desaster-Monitoring" eingesetzt wird. Mit einiger Sicherheit handelt es sich bei den Raumfahrzeugen der LKW-Serie allerdings um elektro-optische Aufklärungssatelliten. Alle wurden mit Trägern des Typs Langer Marsch 2D gestartet. Diese Rakete ist die zweistufige Version der Langer Marsch 4A.

LKW-1 und LKW-2 werden auf derselben Bahn in einem Abstand von 180 Grad eingesetzt werden. Das ermöglicht das zweimalige Überfliegen eines Zielpunktes innerhalb von weniger als einer Stunde. Beide Satelliten bewegen sich auf einer so genannten "Morgenbahn", mit einer Ortszeit am absteigenden Bahnknoten von 10:30 Uhr. LKW-3 wurde nun auf eine sonnensynchrone Bahn annähernd gleicher Bahnhöhe (490 x 503 Kilometer) und Inklination (97,34 Grad) wie seine beiden Vorgänger gesendet, aber mit einer lokalen Ortszeit beim Überflug von 13:30 Uhr. Wie zuvor erwartet, folgte nun LKW-4 auf eine koplanare Bahn, um 180 Grad zu der von LKW-3. Das Paar bildet somit die „Beobachtungsrotte“ für den Nachmittagsüberflug der Ziele, die LKW-1 und LKW-2 unter den Beleuchtungsverhältnissen des Vormittags beobachten.

Der voraussichtlich nächste chinesische Start (Überraschungen sind in der chinesischen Raumfahrt aber immer möglich) wird für Ende März erwartet. Dann soll eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3A das nächste Paar an Beidou-Navigationssatelliten in den Orbit bringen.

Bild: Langer Marsch 2D Trägerrakete vor dem Start; Credit: ChinaNews