Der misslungene Versuch Chinas, mit der neuen Großträgerrakete Langer Marsch 5 den gewaltigen experimentellen Kommunikationssatelliten Shijian 18 in einen geostationären Transferorbit zu bringen, dürfte der teuerste Fehlschlag in der Geschichte der chinesischen Raumfahrt sein. Dabei sah zunächst alles perfekt aus. Die Mission begann um 13:23 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Startkomplex 101 des neuen Weltraumbahnhofs von Wenchang am Gelben Meer. Die ersten Flugminuten bis hin zur Trennung der Booster verliefen offensichtlich problemlos. Dann aber kam es zu einem noch nicht näher bekannten Leistungsabfall in der Zentralstufe des Trägers, verursacht offensichtlich durch ein Versagen eines der beiden YF-77 Triebwerke. Dieser Raketenmotor stellt die bedeutendste technische Entwicklung des Langer Marsch 5-Programms dar.

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Arianespace führte am 28. Juni den vierten Einsatz einer Ariane 5 ECA in diesem Jahr durch. Bei dieser Mission wurden Inmarsat-S EAN/HellasSat 3 für Inmarsat und HellasSat und GSAT-17 für die indische ISRO in eine geostationäre Transferbahn gebracht. Die Mission, sie trug die Bezeichnung VA 238, begann um 23:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit und verlief vollständig erfolgreich.

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Nur eine gute Stunde nach dem Start einer Sojus 2.1v von Plesetzk aus, erfolgte am 23. Juni der dritte Orbitalmission des Tages. Dieses Mal startete eine „Flight Proven“ Falcon 9 mit dem bulgarischen Kommunikationssatelliten BulgariaSat-1. Die erste Stufe des bei dieser Mission verwendeten Trägers hatte bereits im Januar eine Mission absolviert, damals um von der Westküste aus 10 Iridium-Kommunikationssatelliten in den Orbit zu transportieren. Es war das zweite Mal, dass SpaceX die erste Stufe einer Falcon 9 wiederverwendet, und es war die 36. Mission einer Falcon 9 überhaupt.

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Nur zwei Tage nach dem Start einer Falcon 9-Rakete in Florida sandte SpaceX am 25. Juni von der kalifornischen Luftwaffenbasis Vandenberg aus eine weitere Rakete dieses Typs in die Erdumlaufbahn. Dieses Mal waren 10 Satelliten der Iridium NEXT-Bauserie an Bord. SpaceX hat den Auftrag, praktisch die gesamte Konstellation für Iridium zu starten. Das Unternehmen wird dabei insgesamt acht Starts durchführen. Siebenmal werden 10 der jeweils 860 Kilogramm schweren Satelliten transportiert, bei der achten Mission sind es nur fünf. Der Flug an diesem 25. Juni war der zweite SpaceX-Einsatz für Iridium.

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Eine russische Trägerrakete des Typs Sojus 2.1v/Wolga brachte am 23. Juni eine nicht spezifizierte militärische Nutzlast auf eine sonnensynchrone, polare Erdumlaufbahn. Die russischen Streitkräfte, die den Start durchführten, bezeichneten die Nutzlast als Kosmos 2519. Die Mission begann um 20:04 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Startanlage 43/4 des nordrussischen Weltraumbahnhofs Plesetzk. Es ist dies dorft die einzige verbliebene aktive Startanlage für die Sojus und ihre Varianten. In den Jahren der Sowjetunion waren in Plesetzk vier derartige Anlagen in Betrieb.

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