Mit einem fehlerlosen Start brachte am 18. April eine Atlas 5 401 der United Launch Alliance (ULA) den inzwischen siebten Raumtransporter der Cygnus-Serie auf den Weg zur Internationalen Raumstation. Das von Orbital Sciences gebaute Fracht-Raumschiff verließ den Startkomplex 41 in Cape Canaveral um 17:11 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 11:11 Uhr ostamerikanischer Ortszeit). 30 Minuten später war der geplante Übergangsorbit für den Anflug zur ISS erreicht. Es war dies der vierte Start für die ULA in diesem Jahr.

Die Cygnus ist einer der beiden NASA-Typen von Versorgungsraumschiffen für die ISS. Das andere ist der Dragon von SpaceX, Anders als der Dragon weist der Cygnus einen signifikanten europäischen Bauanteil auf, denn der Frachtbehälter basiert auf den Raumstationsmodulen, welche Thales Alenia in Italien für die ISS baute. Die NASA hat bislang insgesamt 17 Cygnus-Missionen bei Orbital bestellt.

Der Start markierte den dritten Einsatz, bei dem für den Transport einer Cygnus eine Atlas-Rakete als Träger verwendet wurde. Es war der 71. Atlas 5 Start insgesamt. Üblicherweise werden die Cygnus-Nachschubraumschiffe mit dem Antares-Träger von Orbital-Sciences in den Orbit gebracht. Nach dem Verlust der Mission OA-3, bei dem dieser Träger versagte, wurden aber zunächst zwei Missionen (OA-4 und OA-6) mit der Atlas gestartet.

OA-7 wurde nun ebenfalls mit der Atlas in den Orbit geschickt, obwohl die Antares in der Zwischenzeit wieder eine erfolgreiche Mission (OA-5) absolviert hat. Aber das Gewicht der Nutzlast bei diesem Flug erforderte auf Wunsch der NASA noch einmal einen Wechsel, denn die Atlas ist selbst in ihrer schwächsten Version immer noch deutlich leistungsstärker als die Antares.

Der insgesamt gut acht Tonnen schwere Raumfrachter wurde zu Ehren des kürzlich verstorbenen Mercury-Astronauten "SS John Glenn" benannt. Glenn war im Jahre 1962 der erste Amerikaner im Orbit gewesen, als er mit seinem Mercury-Raumschiff Friendship 7 die Erde dreimal umkreiste.

21 Minuten und eine Sekunde nach dem Verlassen der Startrampe trennte sich der Cygnus von der Centaur-Oberstufe des Trägers. Weitere 27 Minuten und 30 Sekunden später führte die Oberstufe ein weiteres Brennmanöver durch, mit dem sie sich aus dem Orbit beförderte und kurz darauf über dem Südpazifik verglühte.

Die SS John Glenn transportiert insgesamt 3.460 Kilogramm Fracht zur ISS. Darunter sind 954 Kilogramm Versorgungsgüter für die Crew (wie etwa Nahrung, Wasserbehälter, Toilettenpapier, Schlafsäcke, medizinische Ausrüstung und Kleidung), 1.215 Kilogramm Hardware für den Internationalen Teil der ISS und 18 Kilogramm für das russische Segment, 73 Kilogramm an Ausrüstung zur Unterstützung von Außenbordmanövern, 940 Kilogramm an wissenschaftlichen Experimenten, darunter das "Advanced Plant Habitat", mit dem Pflanzen-Kultivierungsversuche im Weltraum zur Nahrungsmittelproduktion gemacht werden sollen.

An Bord befinden sich auch 38 Cubesats mit einer Gesamtmasse von 83 Kilogramm. Vier dieser Kleinsatelliten werden nach dem Ende der Nachschubmission direkt vom Cygnus aus abgesetzt, die anderen 34 werden von der Raumstation aus in den Orbit entlassen.

Bild: Logo der Mission OA-7; Credit: ULA