Die United Launch Alliance (ULA) brachte in den frühen Morgenstunden des 21. Januar (mitteleuropäischer Zeit) einen Frühwarnsatelliten der US-Luftwaffe in einen geostationären Transferorbit. Als Träger wurde eine Atlas 5 401 verwendet. Startort war Cape Canaveral. Es war dies der 68. Einsatz einer Atlas V. Alle Flüge waren von Seiten der Missionserfüllung her gesehen erfolgreich.

Bei dem Raumfahrtzeug handelt es sich um SBIRS GEO 3.  Es ist dies die dritte Einheit des Space-Based Infrared System (kurz SBIRS). Diese Satelliten werden im geostationären Orbit stationiert. Der Start erfolgte um 19:42 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit von der Startanlage 41 aus. 43 Minuten und 38 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe und nach zwei Brennmanövern der Centaur-Oberstufe wurde der Satellit auf einer Umlaufbahn mit einem Perigäum von 185 Kilometern, einem Apogäum von 35.800 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 23,3 Grad abgeliefert. Von diesem Absetzpunkt aus besteht noch ein Geschwindigkeitsbedarf von kumuliert 6.000 Kilometern pro Stunde, um eine geostationäre Umlaufbahn zu erreichen. Dies wird der Satellit mit seinem bordeigenen 500 N-Haupttriebwerk durchführen.

SBIRS GEO ist eines der Frühwarnsysteme gegen Raketenangriffe auf die USA. Es ist das Nachfolgesystem des so genannten “Defence Support Program”, bei dem in den Jahren 1990 – 2007 insgesamt 23 Satelliten gestartet worden waren. SBIRS besteht nicht nur aus den drei genannten Einheiten, sondern umfasst auch noch so genannte “hosted payloads”, bei denen Instrumente zur Frühwarnung anderen Militärsatelliten mitfliegen, die sich auf so genannten Molnija-Bahnen befinden. Diese Umlaufbahnen eignen sich besonders gut zur Beobachtung der nördlichen Breiten des Planeten. Ein weiteres Frühwarnsystem ist das “Space Tracking and Surveillance System”, das auf einer niedrigen Erdumlaufbahnen stationiert ist.

Die Satelliten der SBIRS-Reihe werden von der 460. Space Wing der US-Luftwaffe betrieben. Diese Einheit ist auf der Luftwaffenbasis Buckley in Colorado stationiert. Insgesamt hat die US-Luftwaffe sechs dieser Einheiten bestellt. Die erste wurde im Mai 2011 in den Orbit gebracht, die zweite im März 2013. Die Satelliten sind mit hochempfindlichen Infrarotsensoren ausgerüstet, die sich auf die Wärmesignaturen startender Raketen aufschalten.

Hauptauftragnehmer des Systems ist Lockheed Martin. Das Raumfahrzeug basiert auf dem Satellitenbus 2100 des Unternehmens und wog beim Start etwa 4.538 Kilogramm. Die Designlebensdauer beträgt 12 Jahre, doch kann eine längere Einsatzzeit erwartet werden. Die nächste Einheit dieser Serie SBIRS GEO 4 soll noch in diesem Jahr gestartet werden.

Missionslogo für SBIRS GEO 3; Credit: US Air Force