Mit einem problemlosen Start vom russischen - aber in Kasachstan gelegenen - Weltraumbahnhof Baikonur trat das Sojus MS-02 am 19. Oktober seine zweitägige Reise zur Internationalen Raumstation an. Die drei Besatzungsmitglieder an Bord stammen aus Russland und den USA. Es sind dies Sojus-Kommandant Sergei Ryschikow und Bordingenieur Andrei Borissenko von der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos und der NASA-Astronaut Shane Kimbrough. Für Ryschikow ist es der erste Raumflug, für Borissenko und Kimbrough ist es jeweils die zweite Mission.

Es ist dies der zweite Einsatz einer Sojus in der Konfiguration MS. Nachdem bei diesem Einsatz auch einige der neuen technischen Features der dieser überarbeiteten Sojus-Raumschiffe getestet werden soll, dauert der Flug zur ISS nicht, wie in den letzten Jahren üblich, sechs Stunden sondern zwei Tage, um  der Crew und den Teams am Boden die notwendige Zeit für die Versuche einzuräumen.

Der Start erfolgte um 10:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit an der Spitze einer Sojus FG-Trägerrakete von der Startanlage 31/6 des Weltraumbahnhofs. Die drei Neuankömmlinge sollen die Expedition 49 an Bord der ISS verstärken, die derzeit nur aus drei Mitgliedern besteht, nämlich dem gegenwärtigen Kommandanten der ISS Anatoli Iwanischin von Roskosmos, Takuya Onishi von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA und der NASA-Astronautin Kate Rubins. Diese drei sollen im Übrigen auch schon ende nächster Woche zur Erde zurückkehren. Die Sojus MS-02 Crew wird dagegen bis Ende Februar an Bord der ISS bleiben. Der Aufenthalt an Bord der Raumstation sollte an sich bereits im September beginnen, aber technische Probleme verzögerten den Start um einen Monat.

In nur wenigen Wochen, am 15. November, sollen nach derzeitiger Planung die nächsten Raumfahrer zur ISS aufbrechen. Dabei handelt es sich um Oleg Nowitzki von Roskosmos, Peggy Whitson von der NASA und Thomas Pesquet von der ESA. Diese Crew soll annähernd ein halbes Jahr an Bord der ISS bleiben. In dieser Zeit wird das Kommando an Peggy Whitson übergehen.

Bild: Emblem der Mission Sojus MS-02; Credit: Roskosmos