Bei einer ähnlich gearteten Mission wie vor einer Woche in Kourou startete am 24. September eine indische Trägerrakete des Typs PSLV mit insgesamt acht Kleinsatelliten in den Orbit. Obwohl konstruktiv völlig anders gestaltet, befindet sich die PSLV in einer ähnlichen Leistungsklasse wie die europäische Vega, mit der in der Vorwoche ein Mehrfachstart durchgeführt wurde. Auch in diesem Fall wurden die Satelliten auf sonnensynchronen Orbits ausgesetzt, und auch in diesem Fall wurden dabei unterschiedliche Umlaufbahnen angesteuert.

Die Startmission des vierstufigen Trägers begann um 5:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Satish Dhawan Raumfahrtzentrum auf der ostindischen Insel Shriharikota. Es war der insgesamt 37. Einsatz eines Trägers dieser Typenreihe, der dieses Mal in der Version PSLV-G flog. In dieser Variante wird die Rakete beim Start von sechs Feststoffboostern unterstützt, und ist in der Lage, eine Nutzlast von etwa 1.700 Kilogramm in einen sonnensynchronen Orbit zu transportieren.

Bei den acht Nutzlasten handelt es sich um den 371 Kilogramm schweren meteorologischen Forschungssatelliten ScatSat 1, der von der ISRO auf Basis der IMS-2 Plattform hergestellt wurde; um Pratham, einen 10 Kilogramm schweren Cubesat, der für Ionosphärenforschung eingesetzt werden soll und der vom Indian Institute of Technology Bombay (ITT) für die ISRO gebaut wurde; um den fünf Kilogramm schweren Technologiesatelliten PISat (für: PESIT Imaging System), der vom PES Institute of Technology in Bangalore gebaut wurde; den 44 Kilogramm schweren BlackSky Pathfinder 1, ein US-Satellit der Firma BlackSky Global; um AlSat-Nano einen drei Basiseinheiten großen Cubesat für Technologiezwecke mit einem Gewicht von vier Kilogramm, der gemeinsam von der Algerischen Raumfahrtbehörde ASAL und der Britischen Raumfahrtagentur gebaut wurde; um den 103 Kilogramm schweren Erdbeobachtungssatelliten Alsat 1B, den die Surrey Satellite Technology Ltd. auf Basis der SST-100 Plattform für die algerische Raumfahrtbehörde hergestellt hat; den 110 Kilogramm schweren Alsat 2B, der von Airbus Defence & Space für das Algerische Nationale Zentrum für Raumfahrttechnologie (CNTS) gefertigt wurde, und bei dem es sich ebenfalls um einen Erdbeobachtungssatelliten handelt und schließlich noch um den der vier Kilogramm schweren CanX-7, einen kanadischen Technologiesatelliten der Universität Toronto, mit dem eine spezielle De-orbiting-Technologie erprobt werden soll, bei der ein großes, Widerstand erzeugendes Segel zum Einsatz kommt.

Gut 16 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe wurde zunächst in einer Flughöhe von 730 Kilometern und bei einer Bahnneigung von 98,1 Grad zum Äquator ScatSat-1 freigegeben. Die sieben anderen Satelliten wurden, nach einem zweiten Brennmanöver der vierten Stufe, 80 Minuten später auf einer annähernd kreisförmigen Bahn in 670 Kilometern Höhe mit einer Bahnneigung von 98,2 Grad zum Äquator ausgesetzt. Noch einmal 40 Minuten später zündete das Oberstufentriebwerk erneut. Diesmal für eine Technologiedemonstration, welche die Mehrfachzündfähigkeit dieses Triebwerks beweisen sollte.

Bild: Das Stack bestehend aus vierter Stufe und den acht Satelliten wird in die Nutzlastverkleidung eingeschlossen. Credit: ISRO