Der Staat Israel dürfte das kleinste Land auf diesem Planeten sein, das in der Lage ist, eigene Satelliten vom eigenen Land aus mit eigenen Trägerraketen zu starten. Und das bei denkbar schlechten geografischen Voraussetzungen. Dementsprechend handelt es sich bei israelischen Orbitalstarts um ausgesprochen seltene Ereignisse. Die drei Versionen der Shavit-Trägerrakete sind seit dem Erststart im September 1988 erst zehnmal geflogen. Zwischen den einzelnen Starts vergehen somit im Schnitt etwa 2,5 Jahre. Am 13. September war es – nach erneut etwa zweieinhalb Jahren seit dem letzten Start - wieder so weit: Eine Shavit-2 brachte den militärischen Aufklärer Ofek-11 in einen retrograden niedrigen Erdorbit.

Der Start erfolgte um 16:38 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Luftwaffenbasis Palmachin bei Tel Aviv aus. Von dort sind alle bisherigen Shavit-Starts auch erfolgt. Eine Besonderheit der Starts von Israel aus ist der Umstand, dass sie genau nach Westen, über das Mittelmeer hinaus,  erfolgen. Nachdem Israel von feindlichen Nachbarn umgeben ist, ist ein Start in die "normale" östliche oder nördliche Richtung ausgeschlossen. Damit kann Israel nicht den Geschwindigkeitsvorteil der Erdrotation mitnehmen, sondern muss gegen die Erdrotation starten, was einen stark erhöhten Geschwindigkeitsbedarf für ihre Trägerraketen bedeutet, und somit eine geringe Nutzlast, als an sich möglich wäre.

Mit den Shavit-Raketen bringt Israel ausschließlich eigene militärische Erdbeobachtungssatelliten der Ofek-Serie in den Orbit. Zivile Satelliten wurden bislang immer mit ausländischen Trägern gestartet. Ein Ofek-Satellit hat bislang allerdings diese Regel durchbrochen: Ofek 8, der am 21. Januar 2008 mit einer indischen Trägerrakete gestartet wurde.

Bei Ofek-11 dürfte es sich, wie bei den meisten Satelliten dieser Serie, um einen opto-elektronischen Aufklärer mit einer Bildauflösung von weniger als einem Meter pro Bildpunkt handeln. Über seine Auslegung ist wenig mehr bekannt, als dass er auf der IMPS II-Plattform basiert. Damit dürfte er ein Gewicht von etwa 400 Kilogramm aufweisen. Aufgrund der Bahndaten wird angenommen, dass es sich bei Ofek-11 um einen Ersatzsatelliten für Ofek-9 handelt.

Bild: Missionslogo für den Start von Ofek 11. Credit: IAI