Mit einem Bilderbuchstart bei wolkenlosem Winterwetter begann am 15. Dezember das russische Raumschiff Sojus TMA-19M mit drei Besatzungsmitgliedern an Bord seine Reise zur Internationalen Raumstation. Der Einschuss in die Transferbahn gelang perfekt, so dass ein so genannter "schneller Transfer" zur ISS durchgeführt werden konnte. Sechseinhalb Stunden nach dem Verlassen der Startrampe in Baikonur legte die Sojus an der ISS an. Die Crew wird in den kommenden Monaten Mitglied der ISS Expeditionen 46 und 47 sein.

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Für die Freunde und Fans der europäischen Mars-Mission ExoMars 2016 mit dem Trace-Gas Orbiter und der Landesonde Schiaparelli nimmt die Aufregung schon Monate im Vorfeld zu. Grund für den steigenden Blutdruck ist die Beobachtung der Starts der chronisch unzuverlässigen russischen Proton-Rakete. Auf einem Träger dieses Typs wird nämlich auch Europas Marssonden-Duo am 14. März kommenden Jahres seine Reise zum Roten Planeten antreten.

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Die Mission einer Zenit 3 SLB am 11. Dezember dürfte voraussichtlich der letzte Einsatz dieses Trägertyps gewesen sein. Die in der Ukraine bei Juschnoje (dem ehemaligen OKB-586 von Michael Jangel) produzierte Rakete ist ein Opfer der immer schlechter werdenden Beziehungen zwischen Russland und seinem westlichen Nachbarn. Es ist zwar noch eine weitere Zenit in Baikonur eingelagert. Nach derzeitiger Lage besteht aber keine Chance mehr, diese Rakete auch zu starten.

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Nach 142 Tagen im Weltraum ging am 11. Dezember die Mannschaft der Expedition 45 im Rückkehrmodul des Raumschiffes Sojus TMA-17M sicher im vorgesehenen Zielgebiet in Kasachstan nieder. Das Ablegen von der ISS erfolgte um 10:47 Uhr, die Landung um 19:12 Uhr kasachischer Ortszeit (entsprechend 14:12 Uhr mitteleuropäischer Zeit), und somit bereits in Dunkelheit. Am Landeort herrschten winterliche Bedingungen, bei leichtem Schneefall und teilweise böigem Wind. Es war dies erst die sechste Nachtlandung einer Sojus in der fast fünfzig Jahre währenden Geschichte dieses Raumfahrzeugs, und es war die erste Sojus-Landung in der Geschichte der ISS, die nach Sonnenuntergang erfolgte.

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Bei der 17. chinesischen Orbitalmission des Jahres 2015 brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 am 9. Dezember den militärischen Kommunikationssatelliten ChinaSat 1C (Zhongxing-1C) in eine geostationäre Transferbahn. Dies ist ein erneuter Beleg für die unauffällige aber stetige Zunahme der Weltraumaktivitäten Chinas. Dafür spricht auch, dass der aktuelle Start heuer bereits der siebte Einsatz einer Variante der Langer Marsch 3B-Rakete ist, des derzeit stärksten verfügbaren chinesischen Trägers. Eine achte Mission ist noch für den Dezember geplant. Bislang fanden in einem Kalenderjahr nie mehr als maximal fünf Starts mit der Langer Marsch 3B statt.

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Die United Launch Alliance brachte am 5. Dezember mit einer Atlas V-Trägerrakete einen Raumfrachter des Typs Cygnus auf den Weg zur Internationalen Raumstation. Damit wurde die Versorgung der ISS von amerikanischem Boden wieder aufgenommen. Im Oktober 2014 war es zu einem Fehlstart einer Antares 130 mit einer anderen Cygnus gekommen. Im Juni dieses Jahres hatte sich ein weiterer Fehlstart mit einer Falcon 9-Trägerrakete von SpaceX ereignet. Dabei ging erneut ein Versorgungsraumschiff für die ISS verloren. Alle SpaceX- und Antares-Flüge sind seitdem ausgesetzt. In der Praxis bedeutete das, dass die ISS ausschließlich auf Versorgungs-Einsätze aus Russland und Japan angewiesen war. Doch auch mit der russischen Progress war es im Frühjahr zu Problemen gekommen, so dass die Situation an Bord der Raumstation kritisch zu werden drohte.

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Wieder einmal dürfen Zweifel an den Qualitätsstandards der russischen Raumfahrtindustrie angebracht werden. Nur Stunden nach dem an sich erfolgreichen und problemlosen Start einer Sojus 2.1v am 5. Dezember musste eine der beiden Nutzlasten wegen eines eher ungewöhnlichen Fehlers aufgegeben werden. Kanopus ST, eine Marineüberwachungssatellit der russischen Seestreitkräfte, löste sich nach dem erfolgreichen Start nicht von der Volga-Oberstufe. Der zweite Satellit, weit weniger wertvoll als die Primärnutzlast, trennte sich dagegen problemlos.

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