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Das chinesische Neujahr steht zwar erst in einigen Wochen an, bis dahin werden aber im Reich der Mitte keine Raumfahrtmissionen mehr erfolgen. Der Start des Wettersatelliten Fengyun 2G ist somit definitiv Chinas letzten Start zum Jahresausklang, selbst nach chinesischer Zeitrechnung. Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3A brachte am 31. Dezember, um 2:02 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 9:02 Uhr Pekinger Zeit, vom Weltraumbahnhof Xichang aus den Wettersatelliten Fengyun 2G auf eine geostationäre Transferbahn mit einem Perigäum von 320 Kilometern und einem Apogäum von 27.200 Kilometern.

Die Mission der dreistufigen Trägerrakete war 24 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe beendet. Von dieser Position aus wird sich das Raumfahrzeug nun mit einem abwerfbaren Feststoffmotor des Typs FG-36 auf die endgültige geostationäre Position begeben. Das Fine-Tuning der Bahn erfolgt dann mit den Lageregelungstriebwerken des Raumfahrzeugs.

Die Satelliten der Fengyun-Reihe sind das chinesische Gegenstück zu den europäischen Meteosat- und den US GOES-Wettersatelliten. Sobald die Test- und Indienststellungsphase abgeschlossen ist, wird Fengyun 2D über 105 Grad östlicher Länge seinen Dienst beginnen. Auf dieser Position steht derzeit noch Fengyun 2E, der im Dezember 2008 gestartet worden war. Er wird nach der Ankunft der neuen Einheit auf 86,5 Grad verschoben und Fengyun 2D ersetzen, der dort seit Dezember 2006 Dienst tut. Der wiederum wird dann die Reserveeinheit der Konstellation bilden.

Das beim Start 1.380 Kilogramm schwere Raumfahrzeug wurde von der China Aerospace Science and Technology Corporation hergestellt. Seine Design-Lebensdauer beträgt vier Jahre, allerdings haben bereits die Vorgänger immer wesentlich längere Lebenszeiten erzielt. Die Experten gehen davon aus, dass er mindestens bis 2020 Dienst tun kann.

Die Fengyun-Satelliten sind trommelförmig und drallstabilisiert. Sie rotieren mit einer Geschwindigkeit von 100 Umdrehungen pro Minute. Das Hauptinstrument ist ein „Scanning Radiometer“, mit dem sie die Erde im sichtbaren und infraroten Licht abbilden. Das erlaubt Tag und Nacht-Beobachtungen des Wettergeschehens.

Nach dem Start von Fengyun 2G hat China nun vier aktive geostationäre Wettersatelliten im Dienst. Für den Regelbetrieb genügen allerdings drei Einheiten. Fengyun 2C wurde am 13. Dezember aus dem aktiven Betrieb genommen, auf einen Friedhofsorbit verbracht und dann deaktiviert. Er war seit dem 19. Oktober 2004 im Orbit. China hat den ersten geostationären Wettersatelliten schon im Jahre 1997 in den Orbit gebracht. Eigentlich war das schon die zweite Einheit, denn drei Jahre zuvor kam es bei der Betankung des Satelliten am Boden, einige Wochen vor dem Start, zu einer Explosion, bei der ein Arbeiter ums Leben kam und dieses erste Raumfahrzeug der Serie vollständig zerstört wurde.

Der letzte Satellit der Fengyun 2 Serie soll im Jahre 2017 in den Orbit gebracht werden. Schon 2016 wird China aber mit dem Start von Fengyun 4A mit der Positionierung einer ganz neuen Serie geostationärer Wettersatelliten beginnen.