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StartEine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2C brachte am 18.November, kurz vor Mitternacht, den Satelliten Huan Jing 1C sowie mehrere Kleinsatelliten vom Weltraumbahnhof Taiyuan aus in einen polaren Erdorbit, gut 500 Kilometer über der Erde.


Der Liftoff erfolgte um 23:53 mitteleuropäischer Zeit von nordchinesischen Weltraumbahnhof Taiuan aus. Die zweistufige Trägerrakete steuerte danach eine Bahnneigung von 97,3 Grad an.

Huan Jing 1C bildet mit seinen Vorgängern – die beiden ersten Satelliten dieser Reihe wurden am 6. September 2008 gestartet - eine Satellitenkonstellation, die mittels optischer Instrumente oder mittels Radarabtastung Bilder der Erdoberfläche mit Auflösungen zwischen drei und 100 Meter anfertigen kann. Huan Jing ist dabei der erste Radarsatellit der Reihe. Der Name bedeutet auf deutsch etwa soviel wie Umwelt. In ihrer endgültigen Ausbaustufe soll die Huan Jing-Serie aus elf Satelliten bestehen, derzeit sind, zusammen mit dem neuen Raumfahrzeug, fünf Satelliten im Orbit.

Huan Jing-1C basiert auf dem Satellitenbus CAST-968 und trägt eine SAR-Antenne mit einer Länge von sechs Metern und einer Breite von 2,8 Metern. Der Satellit wog beim Start 890 Kilogramm. Seine Lebensdauer wird auf drei Jahre veranschlagt.

Zusatznutzlasten bei diesem Start waren die Technologiesatelliten Xinyan 1, ein Mikrosatellit für Technologietests, sowie Fengniao 1 und Fengniao 1A zur Demonstration von Formationsflügen. Fengniao 1 hat eine Masse von etwa 130 kg, sein kleinerer Partner bringt auf der Erde etwa 30 kg auf die Waage. Nach Start und Testphase sollen sich beide Satelliten voneinander trennen und anschließend mehrere Flugmanöver absolvieren, bei denen sie ständig Daten über ihre Positionen untereinander austauschen.

Bei allen vier Satelliten sind die Bussysteme chinesische Eigenentwicklungen. Der gestrige Start war der 16. in diesem Jahr für China, wobei insgesamt 24 Raumfahrzeuge ins All gebracht wurden. 22 davon sind chinesische Satelliten, je einer wurde für Luxemburg bzw. Venezuela gestartet.