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Vorbereitung auf den Start; Credit: Federalreport Beim 350. Einsatz einer Proton-Trägerrakete wurden drei Satelliten des russischen Glonass-Navigationssatellitennetzes in den Orbit transportiert. Die Historie der  Proton geht zurück bis in die Mitte der 60iger Jahre, als diese Rakete als superschwerer Nuklearträger konzipiert war. In dieser Rolle wurde sie aber nie eingesetzt, stattdessen steht sie seit Jahrzehnten in vielen Varianten für Trägereinsätze zur Verfügung.

Vorbereitung auf den Start; Credit: FederalreportDie Glonass-Raumfahrzeuge traten um 12.38 Uhr mitteleuropäischer Zeit vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan ihre Reise in die Erdumlaufbahn an.  Die drei ersten Stufen der Proton M brachten die DM-2 Oberstufe mit den drei Satelliten innerhalb von zehn Minuten zunächst auf einen Übergangsorbit. Zwei Brennmanöver der DM-2 Stufe führten schließlich dazu, dass die Satelliten ihren vorgesehenen kreisförmigen Orbit in einer Höhe von 19.300 Kilometern bei einer Bahnneigung von 64,8 Grad erreichten. Kurz nach 16:00 Uhr wurden sie vom Träger freigegeben.

Jeder der gut 1.300 Kilogramm schweren Raumfahrzeuge ist für eine Lebensdauer von sieben Jahren ausgelegt.

Glonass ist das russische Gegenstück zum amerikanischen GPS-System. Die ersten Satelliten wurden schon vor 27 Jahren gestartet. Es war 1995 schon einmal nahezu voll ausgebaut, als 27 aktive  Satelliten stationiert waren. In der Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion wurde es aber wegen Finanzierungsproblemen vernachlässigt und verfiel, bis es schließlich 2001 nur noch aus sieben aktiven Satelliten bestand.

In den letzten Jahren steckte Russland aber wieder viel Geld in die Erneuerung und Modernisierung des Systems. Im Endausbau ist vorgesehen, auf jeder Bahnebene auch mindestens einen voll funktionsfähigen Reservesatelliten stationiert zu haben, was dann die Stationierung von 27 aktiven Raumfahrzeugen bedeutet.

Mit den Satelliten des heutigen Starts umfasst Glonass 19 aktive Satelliten, von denen allerdings drei in nicht mehr optimalem Zustand sind. Das System braucht 18 Satelliten um für die russischen Inlandsdienste voll funktionsfähig zu sein und 24 Satelliten um auch global voll verwendet werden zu können.

Start; Credit: FederalreportDie Glonass Satelliten sind in drei orbitalen Ebenen stationiert, auf der sich jeweils acht Satelliten befinden sollten, um eine weltweite Abdeckung zu ermöglichen. Momentan befinden sich diese Sollstärke allerdings nur auf einer einzigen Bahnebene.

Russland plante in diesem Jahr den Start von sechs Glonass-Einheiten. Eine Mission im September musste aber wegen technischer Probleme verschoben worden. Der nächste Glonass-Start - erneut mit drei Satelliten an Bord einer Proton - ist für Februar geplant.

Astra