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Start WGS 3; Credit: Pat Corkery, ULA Dreimal musste der Start des Wideband Global SATCOM 3 (WGS 3) verschoben werden, bis es endlich beim vierten Anlauf klappte. Zweimal waren ungünstige Wetterbedingungen schuld an der Verzögerung, weil ein Sturmtief über Florida zog, einmal gab es ein technisches Problem an einer Bodenanlage. Beim vierten Anlauf, in den frühen Morgenstunden des 6. Dezember klappte es schließlich und der Satellit konnte auf seiner Delta 4-Trägerrakete den Orbit ansteuern.

 Vor dem Start Credit: Pat Corkery; ULA
 Vor dem Start; Credit: Pat Corkery ULA
 Vor dem Start; Credit: Pat Corkery ULA
 5WGS; Credit: Pat Corkery, ULA

Der Liftoff erfolgte wegen des nach wie vor nicht sonderlich günstigen Wetters erst 10 Minuten vor dem Ablauf des 85 Minuten langen Startfensters um 2:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit (20:37 Uhr US-Ostküstenzeit) von der Startanlage 37B der Cap Canaveral Luftwaffenbasis. Die ersten Sekunden nach der Zündung des Rocketdyne RS-68 Erststufentriebwerks boten das für einen Delta 4 Start typische faszinierende, aber für einen Laien stets etwas erschreckende Spektakel, bei dem die Rakete für einige Momente praktisch vollständig von Flammen gehüllt ist. Ein Effekt der durch die Wasserstoff-Verpuffung entsteht.

Die Delta 4 flog erstmals in der Version Medium + (5,4). Mit vier GM-60 Feststoff-Zusatzboostern und einer Oberstufe mit einer Nutzlastverkleidung von fünf Metern Durchmesser. Zwei der Feststoffmotoren haben fixierte Düsen, die beiden anderen sind mit schwenkbare Düsen ausgestattet, um das RS-68 Haupttriebwerk bei der Fluglageregelung zu unterstützen.

20 Minuten und 31 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe erfolgte der erste Brennschluss. Danach hatte die zweite Stufe der Delta mit dem Satelliten einen Parkorbit erreicht, der einen niedrigsten Bahnpunkt von 160 Kilometern und einen höchsten von 5.975 Kilometern aufwies. Die Bahnneigung zum Äquator betrug zu diesem Zeitpunkt 25,6 Grad. Danach begann eine Phase freier Drift in der sich das Raumfahrzeug auf das Apogäum der Übergangsbahn zu bewegte.

28 Minuten und 33 Sekunden nach dem Abheben zündete das RL-10 Triebwerk der zweiten Stufe erneut, diesmal für knapp drei Minuten. 31 Minuten und 29 Sekunden nach dem Verlassen der Rampe hatte das Gespann einen so genannten supersynchronen Orbit mit einem höchsten Bahnpunkt von 57.930 Kilometern erreicht. Das Perigäum betrug 440 Kilometer und die Inklination wurde mit 24 Grad angegeben.

40 Minuten und 40 Sekunden nach dem Liftoff gab die zweite Stufe den Satelliten frei. Hier ein wenig Statistik zum aktuellen Start:

  • Es ist die 11. Delta 4-Mission seit dieser Typ im Jahre 2002 in Dienst gestellt wurde.
  • Es ist die 9. Delta 4 die von Cape Canaveral aus startet
  • Es ist die 8. Delta 4 Mission für die US-Luftwaffe
  • Es ist der Erstflug in der Version „Medium+ 5,4“
  • Es ist der 10. Start einer Delta-Rakete in diesem Jahr. 
  • Es ist die dritte Delta 4 in diesem Jahr

WGS 1 wurde im vergangenen Jahr gestartet und deckt den Bereich der US-Westküste und des pazifischen Raumes ab. WGS 2 war in diesem Frühjahr gestartet worden und wurde in der Folge über dem Indischen Ozean stationiert wo er jetzt Datenübertragung für die Truppen in Afghanistan, den Irak und den südwestasiatischen Raum durchführt. WGS 3 schließlich wird über dem Ostatlantik auf 12 Grad westlicher Länge stationiert werden, um den Europäischen, den Afrikanischen Raum und den nahen und mittleren Osten abzudecken.

WGS 3 wog beim Start 5.990 Kilogramm. Der Satellit ist in der Lage, Breitband-Kommunikationsdienstleistungen mit einer Rate von 3,6 Gigabit pro Sekunde durchzuführen. Das Antriebssystem des Satelliten besteht aus einem RD-6 Apogäumsmotor und vier XIPS-25 Ionentriebwerken für die Lageregelung. Das Raumfahrzeug wurde von Boeing auf Basis des BSS 702-Satellitenbus gebaut.

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