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Glonass Proton M Start; Credit: Novosti Russland brachte am 25. Dezember vom Kosmodron in Baikonur drei neue Satelliten der Glonass-Serie in einen mittelhohen Erdorbit. Dieser Start ist ein weiterer Schritt beim Ausbau des gleichnamigen russischen Navigationssatellitennetzes.  Im derzeitigen Ausbaustadium ist bereits die Durchführung eines vollständigen Navigationsdienstes in Russland möglich. Die weitere Bestückung des Netzes wird in den nächsten beiden Jahren fortgeführt, danach steht das Glonass-Netz weltweit zur Verfügung. Glonass ist das Gegenstück zum amerikanischen Global Positioning System (GPS).

 Drei Glonass startfertig; Credit: Federalspace.ru
 Proton DM-2 Integration mit Glonass; Credit: Reshetnev
 Montage Proton M; Credit: Federalspace
 Montage Proton M; Credit: Federalspace.ru
 Integration in Fairing; Credit: Federalspace.ru
 Glonass Proton M Start; Credit: Novosti
Glonass Proton M Start; Credit: Novosti

Die Proton M DM 2 Trägerrakete startete von der schneebedeckten Steppe Kasachstans um 11:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Sie verließ die Startanlage in Richtung Nordost und erreichte 10 Minuten nach dem Liftoff einen ersten Übergangsorbit in einer niedrigen Erdumlaufbahn.

Nach dem Orbiteinschuss erfolgten zwei Brennphasen der Block DM Oberstufe. Danach befanden sich die drei neuen Glonass in einem kreisförmigen Orbit in einer Höhe von 18.000 Kilometern, mit einer Bahnneigung von 64,8 Grad zum Äquator.  Die Raumfahrzeuge trennten sich um 15:15 Uhr mitteleuropäischer Zeit von der Oberstufe.

Die jeweils 1.360 Kilogramm schweren Satelliten werden jetzt in die bestehende Glonass Konstellation eingegliedert.

Der Start am 25. Dezember brachte die Glonass-Familie auf nunmehr 20 Mitglieder. 16 dieser Satelliten sind voll funktionsfähig, die restlichen vier sind ältere Einheiten und nur noch teilweise einsatzbereit. Während die älteren Fluggeräte (Typbezeichnung "Glonass") nur über eine Einsatzlebensdauer von drei Jahren verfügten, sind die neuen Raumfahrzeuge (Typbezeichnung "Glonass-M") für eine Lebensdauer von sieben Jahren ausgelegt.

Es sind mindestens 18 funktionsfähige Satelliten notwendig, um das russische Staatsgebiet komplett mit GPS-Services abzudecken. Mit 24 Satelliten ist es möglich, einen weltweiten Navigationsdienst anzubieten. Russland will die Konstellation bis zum Jahre 2011 aber auf 30 voll funktionsfähige Satelliten ausbauen. Damit ist dann auf jeder Bahnebene auch mindestens ein Reservesatellit verfügbar.

Der Start am Donnerstag war der zweite Einsatz in diesem Jahr, der dem russischen Navigationssatellitennetz gewidmet ist. Bereits im September war ein Trio  Glonass M in den Orbit gebracht worden.

Der Start am 25.12. war gleichzeitig die letzte Weltraummission des Jahres 2008, das damit eines der erfolgreichsten des vergangenen Jahrzehntes war. Der Trend zu steigenden Startzahlen setzte sich fort, die Rekordzahl an Missionen des vergangenen Jahres wurde eingestellt, und hätten sich nicht noch in letzter Minute technische Probleme an einigen Satelliten und Trägerfahrzeugen eingestellt, es hätte ein neues Rekordjahr gegeben.  Dies dürfen wir nun, Wirtschaftskrise hin oder her, im nächsten Jahr erwarten.

Astra