In den ersten Jahren der Raumfahrt war Uranus kein realistisches Ziel für eine direkte Erkundung durch Sonden. Die Reise dauerte mit einem chemischen Antrieb mehr als ein Jahrzehnt, sie erforderte eine riesige Trägerrakete und selbst damit konnten nur winzige Nutzlasten dorthin transportiert werden. Aus der Sicht der frühen sechziger Jahre war ein Planet wie Uranus nur mit irgendeinem zukünftigen, fortschrittlichen Antriebssystem, beispielsweise auf nuklearer Basis, zu erreichen. Doch dann machte jemand eine Entdeckung…

Im Jahre 1965 beschäftigte die NASA einen Werkstudenten namens Gary Flandro, dem eine Anordnung der äußeren Planeten auffiel, die sich nur alle 176 Jahre ereignet. Mit Hilfe dieser besonderen Konstellation, so Flandros Überlegung, sollte es möglich sein, gegen Ende der 70iger Jahre eine Raumsonde zunächst zum Jupiter zu entsenden, dort mit Hilfe der Schwerkraft des Riesenplaneten "Schwung" zu holen und danach den wie an einer Perlenkette aufgereihten äußeren Planeten bei einem schnellen Vorbeiflug einen Besuch abzustatten. Die Flugzeit wäre dann auf wenige Jahre begrenzt und lag damit auch in der technischen Lebensdauer damaliger Raumfahrzeuge.

Im Jahr 1969 begann die NASA mit der Ausarbeitung einer Mission, die sie als "Grand Tour" bezeichnete. Der Plan sah den Bau von insgesamt vier Sonden vor, die im Rahmen einer etwa zehnjährigen Reise alle äußeren Planeten besuchen sollte (Klicken Sie hier um die Fortsetzung des Artikels zu lesen).

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