Credit: CNES / D. Ducros Die Entdeckung liegt bereits ein halbes Jahr zurück: Damals fanden die Astronomen ein merkwürdiges Objekt, das in keine der Begriffschubladen passen wollte – zu schwer für einen Planeten, zu leicht für einen Stern und zu exotisch für einen Braunen Zwerg. Was genau CoRoT-Exo-3b ist, können die Wissenschaftler bis heute nicht sagen.

 Größenvergleich Sonne - Jupiter - CoRoT Exo-3b
 Geschwindigkeitsmessungen von CoRoT-Exo-3
 Entdeckungslichtkurve
CoRoT-Suchfeld im Sternbild Einhorn; Bild: Christian Högner, Thüringer Landessternwarte Tautenburg

Aufgespürt wurde das Objekt zunächst mit CoRoT (Convection, Rotation and Planetary Transits), einem Weltraumteleskop, das etwa 20.000 Sterne gleichzeitig beobachtet – genauer: ihre Helligkeit aufzeichnet. Sinkt die Sternhelligkeit in regelmäßigen Abständen, so könnte dies durch ein dunkles Objekt verursacht werden, das den Stern umkreist und dabei vor die Sternscheibe tritt – etwa durch einen extrasolaren Planeten. Solche Kandidaten werden dann mit erdgebundenen Teleskopen genauer untersucht.

Auf diese Weise fand man den vermeindlichen Exoplaneten CoRoT-Exo-3b, und war überrascht: Denn dieses Objekt passt so gar nicht in das übliche Schema Stern-Brauner Zwerg-Planet. Seine Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Er ist so groß wie Jupiter, aber 21 Mal schwerer. Seine Dichte ist damit doppelt so groß wie die von Blei. Er umkreist seinen Stern in vier Tagen und sechs Stunden in einem Abstand von 0,057 Astronomischen Einheiten, also in etwa sechs Prozent des Abstands Erde-Sonne.

Seine hohe Dichte ist an sich schon beeindruckend. Für einen Stern müsste er aber noch weit schwerer sein. Ab etwa 80 Jupitermassen beginnen Sterne, in ihrem Innern die Wasserstofffusion zu starten. Auch sind bereits Exoplaneten von etwa 12 Jupitermassen bekannt. Zwischen diesen Werten aber klaffte bislang eine Lücke, zumindest bei derart kleinen Umlaufszeiten. Ist CoRoT-Exo-3b also ein Brauner Zwerg, der seinen Stern sehr dicht umkreist? Wie ein Brauner Zwerg in solcher Nähe zu einem Stern entstehen konnte ist bislang ungeklärt. Er könnte dagegen auch zu einer neuen Familie sehr massereicher Planeten gehören, die sich um Sterne ausbilden, die etwas mehr Masse haben als unsere Sonne. CoRoT-Exo-3b befindet sich mit seinen 21 Jupitermassen in einer Übergangszone – die Astronomen sind sich keineswegs einig, ab welcher Masse man von einem Braunen Zwerg sprechen muss und nicht mehr von einem Planeten.

Vielleicht gehört CoRoT-Exo-3b zu eine neuen Klasse von Himmelsobjekten. Es scheint, als wäre der Zoo aus Planeten, Braunen Zwergen und Sternen noch ein Stück komplexer, als bislang angenommen wird.

Beteiligt an der Entdeckung von CoRoT-Exo-3b waren neben dem Weltraumteleskop selbst auch eine Reihe von Teleskopen auf der Erde, etwa das Observatoire de Haute Provence in Frankreich, die Teleskope der Europäischen Südsternwarte (ESO) auf dem Paranal und auf La Silla in Chile und die Thüringer Landessternwarte in Tautenburg, sowie das Observatorio del Teide auf Teneriffa.

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