Planeten um fremde Sterne hat man ja mittlerweile schon zu Hauf gefunden. Nun gibt es offenbar erstmals eine Möglichkeit, mit Hilfe einer ausgefeilten Methode auch Planeten  in anderen Galaxien nachzuweisen. Möglicherweise ist der erste Kandidat bereits entdeckt - in der über zwei Millionen Lichtjahre entfernten Andromedagalaxie.

Rund 300 Milliarden Sterne beherbergt eine große Spiralgalaxie wie unsere Milchstraße. Dass zumindest eine Vielzahl dieser fernen Sonnen auch Planetensysteme besitzen, bezweifelt unter den Astronomen niemand, und Jahr für Jahr werden immer neue Exoplaneten gefunden. Ist die Suche nach Planeten um fremde Sterne in unserer eigenen Galaxie bereits ein schwieriges Geschäft, so waren die meisten Astronomen bisher der Meinung, dass mit den gegebenen technischen Möglichkeiten die Entdeckung eines Planeten in einer anderen Galaxie unmöglich ist.

NASA/Spitzer IR Image of M31

Eine ungewöhnliche Aufnahme der Andromedagalaxie M31, abgelichtet mit dem Infrarot-Satelliten Spitzer der NASA. Deutlich sichtbar im Infraroten sind die das Zentrum umgebenden Ringe, in denen permanent neue Sterne gebildet werden - mitsamt ihrer Planeten. NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona

Die der Milchstraße nächste, große Spiralgalaxie ist die unter der Bezeichnung M31 den Amateurastronomen wohlvertraute Andromedagalaxie. Sie ist rund zwei Millionen Lichtjahre von uns entfernt, und doch kann man sie in einer dunklen Nacht mit dem bloßen Auge als nebliges Fleckchen erkennen. Um in der Andromedagalaxie allerdings einzelne Sterne zu sehen, braucht es richtig große Teleskope: Normalerweise verschwimmt das Licht der weit entfernten Sterne zu einem einzigen Nebel, so wie wir mit bloßem Auge das Sternenlicht der Milchstraße nur als diffusen Schimmer ausmachen können. Jeder Pixel einer Kamera, welche die Andromedagalaxie fotografiert, sieht somit das Licht vieler Einzelsterne gleichzeitig.

Die Methode, mit der Astronomen nun dennoch Planeten in der Andromedagalaxie nachweisen zu können glauben, beruht auf dem Gravitationsmikrolinseneffekt: Gemäß der Allgemeinen Relativitätstheorie wird ein Lichtstrahl infolge der durch die Massen "verbogene" Raumzeit auf eine gekrümmte Bahn gelenkt. Zieht nun ein Stern mit einem Planeten vor einem weiteren Stern vorbei, so verstärkt er als so genannte "Mikrogravitationslinse" das Licht dieses zweiten Sterns, der daraufhin kurzzeitig (im Zeitrahmen von Tagen) heller erscheint. Auf diese Weise konnten bereits acht extrasolare Planeten in unserer Milchstraße entdeckt werden, denn diese bewirken kurze Störungen im Verlauf der Helligkeitskurve.

Offenbar ist es nun gelungen, dieses Effekt auch in der Andromedagalaxie anzuwenden, also winzigste Helligkeitsschwankungen eines einzelnen Sterns innerhalb des Lichts einer Vielzahl von Sternen nachzuweisen. Damit wäre die Entdeckung von Exoplaneten in anderen Galaxien möglich, sofern diese nicht allzuweit entfernt sind. Möglicherweise ist dies bereits gelungen: Im Jahr 2004 veröffentlichte die selbe Forschergruppe die Beobachtung einer Mikrolinse in M31, die Abweichungen der Art zeigte, wie man sie für einen Stern mit Planteten erwartet, die aber damals für einen Doppelstern gehalten wurde. Es könnte sein, dass es sich dem Begleiter statt dessen um den ersten in M31 entdeckten Exoplaneten handelt. Dieser hätte dann eine Masse von etwa der sechsfachen Jupitermasse.  

G. Ingrosso, S. Calchi Novati, F. De Paolis, Ph. Jetzer, A.A. Nucita, A.F. Zakharov, Pixellensing as a way to detect extrasolar planets in M31, erscheint in: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS), 2009, arXiv:0906.1050v1