(c) Thomas Grau ERFM Der große Feuermeteor vom 9. April über Österreich blieb den meisten Menschen verborgen. Nur einige wenige Augenzeugen konnten das Spektakel am Himmel verfolgen. Zahlreicher waren diejenigen, welche das Ereignis nur akustisch wahrgenommen hatten. Vor allem im österreichischen Bundesland Kärnten wurden die Menschen aus dem Schlaf gerissen. Jetzt ist es dem Meteoritenjäger Thomas Grau aus Bernau bei Berlin gelungen, den Meteoriten zu finden.

Auch dem European Fireball Network gelang trotz einer geschlossenen Wolkendecke und somit schlechter Beobachtungsbedingungen noch die Dokumentation des Ereignisses. Sehr deutliche Messungen konnten in seismischen Stationen in Österreich, Slowenien, Italien und Deutschland aufgezeichnet werden.

Eine Untersuchung des detonierenden Meteors, die vor allem subjektive Zeugenberichte dokumentiert und bewertet, wurde zeitnah durch das ERFM Team um Thomas Grau eingeleitet. Anfang Mai wurden alle Fakten zum Meteorereignis direkt am Beobachtungsort der Zeugen aufgenommen. Dabei kam Grau recht schnell zu der Schlußfolgerung, daß sehr wahrscheinlich ein Meteoritenfall über dem Gebirgskamm der Karawanken, also im Grenzgebiet zwischen Österreich und Slowenien niedergegangen war. Unglücklicherweise wurden in Slowenien zuerst nur sehr wenige Zeugen gefunden, die hilfreiche Aussagen zum Fallereignis machen konnten.

Nach über einer Woche anstrengender Feldarbeit in den Bergen nahe dem Karawankentunnel konnten neue Fakten durch slowenische Zeugenberichte das Untersuchungsergebnis deutlich verbessern. Nachdem in der örtlichen Presse ein Artikel über die Arbeit des ERFM und speziell über die aktuelle Untersuchungen von Thomas Grau erschien, eröffneten sich neue Aspekte. Plötzlich waren sogar Augen- und Ohrenzeugen aus dem slowenischen Jesenice erreichbar, die das Ereignis aus unmittelbarer Nähe erlebt haben.

Am Montag dem 18. Mai 2009 konnte das ERFM dann den ersten Meteoriten des Falles für die Wissenschaft sicherstellen. Nahe der slowenischen Kleinstadt Jesenice wurde ein ca. 2,4kg schwerer gewöhnlicher Chondrit gefunden, der beim Aufschlag hart zertrümmert wurde. Der Meteorit durchschlug Schnee und Erde und wurde letztlich erst durch den felsigen Untergrund gestoppt. Das Material des Meteoriten wird zurzeit in verschiedenen europäischen Instituten untersucht. Der Öffentlichkeit soll der Fund in Ljubliana im Naturhistorischen Museum im Herbst diesen Jahres vorgestellt werden. (Quelle: ERFM Newsletter)