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Untersuchungen des im Jahr 2004 von der Sonde Stardust gesammelten Kometenstaubs scheinen zu belegen, dass die Objekte am Rande des Sonnensystems aus Material bestehen, dass sich in sehr frühen Zeiten noch in dessen Zentrum befunden haben muss. Die Forscher fanden in den Staubkörnchen so genannte Chondren – winzige Silikatkügelchen, die in Schmelzprozessen entstanden sind und auf unbekannte Weise bis in die äußeren Regionen des Planetensystems gelangt sein müssen.

Als die Raumsonde Stardust im Januar 2004 den Kometen Wild 2 besuchte und Material aus seinem Staubschweif aufsammelte, erhofften sich die Planetenforscher Aufschlüsse über die Zusammensetzung des präsolaren Urnebels. Denn der Komet, der heute seine Bahn durch das innere Sonnensystem zieht, kommt von ganz weit draußen: Man glaubt, dass Wild 2 ursprünglich aus dem zwischen 30 bis 50 Astronomischen Einheiten von der Sonne entfernten Kuipergürtel stammt. 

Wild 2 sollte sich deshalb bei der Entstehung des Sonnensystems nicht verändert haben, er müsste - so die Theorie - noch immer aus dem Originalmaterial bestehen, aus dem sich vor rund 4,5 Milliarden Jahren unser Planetensystem gebildet hat. Das gilt nicht für die Körper, die näher an der Sonne ihre Bahnen ziehen: Selbst in den einfachsten Steinmeteoriten, die aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammen, findet man millimetergroße Schmelzkügelchen - die Chondren. Man nimmt an, dass diese während der Entstehung der großen Planeten entstanden sind, als gewaltige Dichtewellen durch den inneren solaren Nebel wanderten und das Material auf bis zu 2000°C erhitzten. Das Urgestein schmolz innerhalb von Sekunden und erstarrte schließlich zu eben jenen Silikatkügelchen. Heute findet man die Chondren in Steinmeteoriten auf der Erde.

Stardust brachte 2006 das aufgesammelte Kometenmaterial zur Erde, die Forscher untersuchten es und fanden zu ihrer Überraschung Silikatkügelchen, die den aus den Asteroiden bekannten Chondren sehr ähnlich sind. Die Untersuchungsergebnisse, die in der aktuellen Ausgabe des Magazins Science veröffentlicht wurden legen nahe, dass das Kometenmaterial im inneren Sonnensystem entstanden ist - und nicht im dort, wo der Komet herzustammen scheint.

Irgendwie muss das Kometenmaterial, aus dem Wild 2 und sehr wahrscheinlich auch andere Objekte des Kuipergürtels beschaffen sind, aus der Sonnennähe in die kalten und dunklen Gefilde jenseits der Plutobahn gelangt sein. Wie das geschehen ist weiß man nicht genau. Die winzigen Chondren haben uns jedenfalls ein weiteres Mal wichtige Hinweise über die Entstehung unseres Heimatplanetensystems geliefert. 

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Alpha-Centauri: Was sind Chondrulen? (Video)

Kanopus