Credit: NASA/JPL-Calech/University of ArizonaErst vor wenigen Tagen meldete die NASA-Marssonde Phoenix den ersten direkten Nachweis von Wasser auf dem Roten Planeten. Nun jedoch irritiert ein weiterer Fund in den Bodenproben die Wissenschaftler: Sie entdeckten Perchlorat, eine Substanz, die für Leben äußerst ungesund ist.

Perchlorate sind Salze der Perchlorsäure, die stark ätzend ist und organische Moleküle, die Grundbausteine für Leben, zerstört. In der unmittelbaren Umgebung von diesen Salzen ist die Existenz selbst einfachster Organismen sehr unwahrscheinlich. Schon die Viking-Sonden hatten in den 1970er Jahren merkwürdige Messergebnisse zur Erde gefunkt, die sich mit der Anwesenheit von Perchloraten erklären lassen.

Sollten diese lebensfeindlichen Salze auf dem Mars global und in höheren Konzentrationen vorkommen, so würde dies das Aus für die Vorstellung von einem möglicherweise einst "blühenden" Planeten bedeuten. Das wäre auch ein herber Rückschlag für die US-Marsforschung, deren Hauptziel bislang immer die Suche nach außerirdischem Leben auf unserem Nachbarn war.

NASA-Wissenschaftler geben sich gegenwärtig zurückhaltend zu diesen neuen Ergebnissen. Möglicherweise hat Phoenix das Perchlorat sogar selbst eingeschleppt: Der Stoff ist im Treibstoff der Delta-2 Rakete enthalten, mit der die Marssonde auf der Erde gestartet wurde. Die Verunreinigung der Sonde ist aber fast auszuschließen. Für die Landung auf dem Mars verwendete Phoenix Hydrazin, das kein Perchlorat enthält.

Bild: NASA/JPL-Calech/University of Arizona

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