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Crash LandingElon Musk hatte es schon angekündigt: Jede Falcon 9 v1.1 - Erststufe, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Trennung von erster und zweiter Stufe war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine Triebwerkszündung um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu bekommen. Das klappte allerdings nicht ganz. Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass diese komplexen Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt werden.

Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in eine Drehbewegung, die dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging dabei zu Bruch. Landebeine führte die Rakete bei diesem ersten Versuch nicht mit.

Musk geht davon aus, dass es noch eine ganze Serie von Tests bedarf, bevor das Verfahren klappt. Solange, bis die Sache sitzt, will er "weiche" Landungen fernab der Küste im Wasser durchführen und dabei versuchen, ein genau definiertes Planquadrat zu treffen. Sobald das klappt, sollen Landeversuche an Land durchgeführt werden

Obwohl der Landeversuch über Wasser stattfinden soll, werden bei dieser Mission erstmals Landebeine mitgeführt. So sehen die an der Raketenstruktur angelegen Landebeine übrigens aus.

Wie inzwischen bekannt wurde, gab es auch bei den Starts von SES-6 im Dezember und Thaicom 8 im Januar einige Tests in begrenztem Umfang, wenngleich offensichtlich keinen kontrollierten Abstieg zur Wasseroberfläche. Bei der CRS-Mission am 16. März zur ISS soll das aber wieder anders sein. Bei diesem Flug wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9 benötigt. Somit bleibt genug Treibstoff in den Tanks, erneut einen Test in Sachen Wiederverwendbarkeit der Erststufe zu unternehmen. Unterstützend dazu beginnen in diesen Tagen in McGregor die Versuche mit dem Grasshopper 2. Er hat bereits statische Brennläufe absolviert, wird in Kürze einen Testflug in geringer Höhe durchführen und danach nach White Sands gebracht, wo dann die Höhenflugversuche und mit Landungen auf festem Boden stattfinden werden. Sobald es soweit ist, berichte ich drüber.