Die erste gesicherte Mondaufnahme, fotografiert 1840 von John William Draper (Daguerreotypie). ©New York University Archives, Photographic CollectionWölfe heulen den Vollmond an, Verliebte treffen sich in seinem Schein zum romantischen Tete-a-tete. Viele behaupten, er raube ihnen den Schlaf. Vielleicht wären wir ohne den Mond niemals ins Weltall aufgebrochen. Es gibt sogar die Vermutung, dass das irdische Leben seinetwegen das Wasser verlassen hat und aufs trockene Festland vordrang. Bild: Die erste gesicherte Mondaufnahme, fotografiert 1840 von John William Draper (Daguerreotypie). ©New York University Archives, Photographic Collection

Seit der Entstehung des Mondes bei einem gewaltigen kosmischen Zusammenstoß prägt der Mond das Leben auf der Erde. Er stabilisiert die Rotationsachse der Erde, seine Gezeitenkräfte bewegen die Wassermassen der Meere und erzeugen Ebbe und Flut. Da schon seit der Entstehung des Lebens bei Ebbe - und somit unter dem Einfluss des Mondes - immer wieder Organismen auf dem Trockenen landeten, passten diese sich schließlich an die ungewohnte Umgebung an und eroberten das Festland.

In Alltag und Kultur finden wir unübersehbare Spuren des Mondes: Unser Kalenderjahr ist in zwölf Monate unterteilt, ein Monat entspricht etwa einem Umlauf des Mondes um die Erde, und auch die Bezeichnung "Monat" leitet sich vom Namen des Erdtrabanten ab. So verwundert es wenig, dass auch Feste nach dem Mond gefeiert werden. Das christliche Osterfest, so heißt es, wird am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert.

Heute ist der Mond nur noch ein kleines Licht am hell erleuchteten Nachthimmel. Das war nicht immer so. Vor der Elektrifizierung der Welt war er das hellste Licht in der Nacht und ermöglichte es Menschen und Tieren, zu ungewohnter Stunde aktiv zu sein. Der weibliche Zyklus ist an die Mondphasen angepasst. Die Menschen benannten den Vollmond nach dem Zweck, für den sie ihn nützten, zum Beispiel Erntemond oder Jagdmond.

Von einem „Blauen Mond“ spricht man übrigens, wenn ein zweiter Vollmond innerhalb eines Monats zu beobachten ist – das geschieht nur etwa 41 Mal pro Jahrhundert oder 412 Mal in einem Jahrtausend.

Einem unglaublichen kosmischen Zufall verdanken wir, dass der Mond, obwohl er viel kleiner ist als die Sonne, am Himmel gleich groß wie diese erscheint. So ist es möglich, dass er bei einer Sonnenfinsternis die Sonne vollständig bedeckt, die Sonnenkorona aber noch zu beobachten ist – ein spektakuläres Ereignis, für dessen Beobachtung zahlreiche Menschen weite Reisen in Kauf nehmen.

Viel Aufmerksamkeit erregt der Mond auch bei einer Mondfinsternis, wenn er in den Schatten der Erde eintritt. Global gesehen sind Mondfinsternisse viel seltener als Sonnenfinsternisse, weil der Schatten des Mondes die größere Erde leichter trifft als der Erdschatten den Mond. Da jedoch eine Mondfinsternis von einer ganzen Erdhälfte aus zu sehen ist, sind an jedem Ort der Erde mehr Mond- als Sonnenfinsternisse zu beobachten.

Seit einigen Jahrzehnten verbreitet sich ein Mond-Aberglaube, der vorschreibt, wann man die Haare schneiden, ein Fest feiern oder sich einer Operation unterziehen sollte. Wie man den jedoch Mond am Himmel findet, erfährt man in diesen Kompendien nicht. Dabei ist es ziemlich einfach, dem Mond sogar am Tageshimmel zu beobachten.

Der Mond wandert wie alle großen Himmelskörper des Sonnensystems in der scheinbaren Sonnenbahn über den Himmel, die wir Ekliptik nennen. Auf dieser Linie, auf der auch die Planten wandern, müssen wir also nach ihm suchen.

Während seiner Wanderung um die Erde weist der Mond Phasen auf, die wir seit unserer Kindheit kennen: Vollmond, Neumond, zu- und abnehmender Mond. Auch die Entstehung der Phasen ist vielen bekannt: Bei Neumond stehen Sonne und Mond fast an der gleichen Stelle am Himmel. Wenn dabei der Mond die Sonne bedeckt, beobachten wir eine Sonnenfinsternis. Meist ist der Mond jedoch einfach nur unsichtbar, weil die Sonne ihn überstrahlt.

Anders bei Vollmond, wo er der Sonne gegenübersteht. Er geht auf, wenn die Sonne untergeht, und sinkt morgens bei Sonnenaufgang unter den Horizont. Wir sehen den vollen Mond also nur in der Nacht. Wenn der volle Mond durch den Schatten der Erde wandert, beobachten wir eine Mondfinsternis.

Wenn der Mond jedoch zu- oder abnimmt, ist er immer auch tagsüber zu sehen. Nach Neumond entfernt er sich ein Stückchen von der Sonne und tritt als schmale Sichel am Abendhimmel auf. Sobald die Sonne untergegangen ist, sieht man auch seine unbeleuchtete Schattenseite. Dieses Licht, das die Mondnacht beleuchtet, stammt von der Erde, die vom Mond aus gesehen zu dieser Zeit fast zur Gänze beleuchtet ist. Am Ende des Zyklus ist der Mond ebenfalls eine schmale Sichel, die aber am Morgenhimmel zu sehen ist.

Nimmt der er zu oder ab?, fragen sich viele, wenn sie den Mond zufällig am Himmel entdecken. Die Antwort lautet: Sieht man den Mond bei Sonnenuntergang am Abendhimmel, nimmt er zu. Sieht man ihn dagegen bei Sonnenaufgang am Morgenhimmel, nimmt er ab. Es gibt auch eine Regel mit A und Z in deutscher Kurrentschrift, die schwierig anzuwenden ist, wenn der Mond fast voll ist.

Übrigens findet Ostern nicht immer am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond statt. Die Berechnung des Osterfestes erfolgt nämlich nicht nach den tatsächlichen Mondphasen, sondern nach einer bereits im Mittelalter gebräuchlichen Methode, deren Ergebnisse wegen Rundungsfehlern vom tatsächlichen Vollmond abweichen können. Wird diese Methode weiterhin angewendet, feiern wir im Jahr 2019 das Osterfest ausnahmsweise erst vier Wochen nach dem ersten Frühlingsvollmond. Das Gute daran: Zu diesem verspäteten Termin wird der Winter hoffentlich vorbei sein!

Nox

Die Apollo-Astronauten waren die ersten, die mit eigenen Augen die Erde aus der Position des Mondes sahen. Einen „Erdaufgang“ kann man übrigens nur in der Umlaufbahn beobachten. Steht man auf der Mondoberfläche, hängt die Erde beinahe unbeweglich immer an der gleichen Stelle, da der Mond immer die gleiche Seite zur Erde richtet. @NASA / Apollo 8Die Apollo-Astronauten waren die ersten, die mit eigenen Augen die Erde aus der Position des Mondes sahen. Einen „Erdaufgang“ kann man übrigens nur in der Umlaufbahn beobachten. Steht man auf der Mondoberfläche, hängt die Erde beinahe unbeweglich immer an der gleichen Stelle, da der Mond immer die gleiche Seite zur Erde richtet. Bild: @NASA / Apollo 8

Der Mond ist der einzige Himmelskörper, der bisher von Menschen betreten wurde. @NASA / Apollo 11
Der Mond ist der einzige Himmelskörper, der bisher von Menschen betreten wurde. Bild: @NASA / Apollo 11