China brachte am 17. Oktober den vierten Satelliten der "Tongxin Jishu Shiyang Weixing"-Serie in den Orbit. Der Start erfolgte vom Startkomplex 3 des in Zentralchina gelegenen Weltraumbahnhofs Xichang. Als Trägerrakete wurde eine Langer Marsch 3B/G2 eingesetzt. Wie bei den drei vorausgegangenen Einheiten bleibt auch der Einsatzzweck von TJSW-4 unklar.

Die Mission begann um 17:21 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 23:21 Uhr Pekinger Zeit. Etwa 30 Minuten später wurde das Raumfahrzeug auf einem geostationären Transferorbit mit einem Perigäum von etwa 200 Kilometern, einem Apogäum von 35.820 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 27 Grad abgesetzt.

Im Fall von TJSW-1, der am 12. September 2015 gestartet worden war, gaben die offiziellen Stellen in China seinerzeit an, die Einheit sei ein Kommunikations-Testsatellit mit dem Zweck, Ka-Band Breitbandkommunikation zu erproben. Später wurde bekannt, dass es sich möglicherweise um den Testeinsatz einer großen Entfaltantenne für Kommunikationszwecke gehandelt haben könnte.

Ähnliche Geheimniskrämerei war mit den Starts von TJSW-2 (am 5. Januar 2017) und von TJSW-3 (am 24. Dezember 2018) verbunden. Vermutungen gehend dahin, dass es sich dabei um Satelliten für Raketen-Frühwarnung oder Funkaufklärung handeln könnte. Beim Satellitenbus scheint es sich um die SAST-5000 Plattform zu handeln, ein vollständig elektrisch angetriebenes System. Auch für TJSW-3 geben die staatlichen Medien als Einsatzzweck nur "Kommunikationsexperimente" an.

Bild: Start der Langer Marsch 3B/G2; Credit: weibo.com