Am 17. Oktober brachte eine Electron-Trägerrakete der Firma Rocketlab erfolgreich einen einzelnen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn. Es war die insgesamt neunte Mission des neuseeländischen Startups und die fünfte in diesem Jahr. Alle Einsatzflüge verliefen bislang erfolgreich. Wie bei Rocketlab üblich bekam die Mission einen Spitznamen, der dieses Mal "As the Crow Flies" lautete. Das war eine Referenz zur Nutzlast, der Corvus-Plattform von Astro Digital, die hier als "Palisade Technology Demonstrator" bezeichnet wurde.

Die Corvus-Plattform deckt eine Größenklasse zwischen dem 6-Unit-Cubesat und einem 16-Unit-Cubesat ab. Es war zuvor erst einmal vorgekommen, dass ein einzelner Kunde die gesamte Rakete "kaufte". Das Gewicht des etwa reisekoffergroßen Satelliten wurde nicht bekannt gegeben, es dürfte aber etwa 20-30 Kilogramm betragen haben. Zusammen mit den Bahnanforderungen, eine nahezu polare Kreisbahn in fast 1.200 Kilometern, machte es wahrscheinlich nicht möglich, noch andere Kleinsatelliten mit an Bord zu nehmen.

Die Startmission begann um 3:22 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 14:22 Uhr neuseeländischer Zeit. Neun Minuten und 18 Sekunden später war ein erster elliptischer Übergangsorbit erreicht. Danach folgte eine fast einstündige antriebslose Phase freier Drift, in der die Curie-Kickstufe mit dem Satelliten ins Apogäum der Bahnellipse aufstieg. Eine Stunde, acht Minuten und 33 Sekunden nach dem Liftoff zündete die Curie-Stufe für zwei Minuten und drei Sekunden. Eine Stunde, elf Minuten und 22 Sekunden in der Mission löste sich der Satellite von der Oberstufe, die kurz darauf ein Deorbit-Manöver unternahm um sich auf eine Absturzbahn zu bringen. Die erzielten Bahnparameter waren ein Perigäum von 1.162 Kilometern, ein Apogäum von 1.223 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 87,9 Grad.

Der Satellit beinhaltet ein eigenes Antriebssystem, ein Kommunikationssystem von Astro Digital und eine neuartige Flugsoftware.

Bild: Missionsemblem; Credit: Rocketlab