Obwohl es sich um eine eher unspektakuläre Testmission handelt, ist es der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos dennoch gelungen, mit dem Start von Sojus MS-14 ein erhebliches weltweites Aufsehen zu erregen. An Bord befindet sich diesmal nämlich nicht eine menschliche Crew, sondern ein humanoider Roboter mit der Bezeichnung "Skybot 850" und dem Spitznamen "Fjodor". Der Hauptzweck der Mission ist es allerdings, das Zusammenspiel neuer oder überarbeiteter Flugsysteme des (normalerweise) bemannten Sojus-MS Raumschiffes mit der zukünftig als Trägerrakete eingesetzten Sojus 2.1a zu testen. Seit Oktober 2002 wurde für die bemannten Einsätze ausschließlich die Sojus FG verwendet.

Die Mission begann am 21. August, um 5:59 Uhr mitteleuropäische Zeit an der Startanlage 31/6 des Kosmodroms in Baikonur. Aufgrund der Vielzahl neuer Systeme, die bei diesem Flug ihren ersten Weltraumeinsatz erleben, entschied sich Roskosmos dafür, die Mission unbemannt durchzuführen. So stand zum Beispiel der Testeinsatz eines neu konstruiertes Interface für das Startrettungssystem zwischen Sojus-Raumschiff und der Sojus 2.1a-Trägerrakete ganz oben auf dem Plan. Ab 2020 soll die Sojus 2.1a dann die bemannten Sojus-Flüge übernehmen.

Obwohl Sojus MS-14 keine menschliche Crew an Bord hat, ist das Raumfahrzeug dennoch nicht unbemannt. An Bord befindet sich nämlich Skybot F-850 mit dem technischen Akronym FEDOR (für: Final Experimental Demonstration Object Research) oder - mit Spitznamen - Fjodor. Fjodor soll während des zweitägigen Anfluges zur ISS anstelle der Crew Kabinendaten erfassen (wie z.B. Luftfeuchtigkeit und Temperatur). Nach der Kopplung mit der Raumstation wird er an Bord der Station weitere Tests durchführen, wie z.B. die Erprobung eines Spracherkennungsprogramms, Crew-Assistenz in der Schwerelosigkeit und Bewegungstests. Fjodor ist in dieser Hinsicht ein Vorläufer eines robotischen Assistenten für die Crew der Raumstation.

Nach zwei Wochen wird Fjodor wieder an Bord der Kapsel gebracht, mit der er dann am 6. September in Kasachstan landen soll.

Bild: Missionspatch von Energia; Credit: Energia