Beim dritten Einsatz in diesem Jahr brachte eine Rocketlab Electron sieben Satelliten in den Orbit. Der Start erfolgte vom Launch Complex 1 des Unternehmens auf der Halbinsel Mahia, die auf der neuseeländischen Nordinsel liegt. Ab Ende dieses Jahres will Rocketlab auch Flüge von der US-Basis in Wallops Island in Virginia durchführen. Diese Anlage wird dann die Bezeichnung Lauch Complex 2 tragen. Die aktuelle Mission war insgesamt der siebte Einsatz einer Electron. Alle Einsätze, mit Ausnahme des Erstfluges, waren erfolgreich.

Die neun Rutherford-Triebwerke des Trägers zündeten am 29. Juni um 6:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zwei Minuten und 34 Sekunden später war die erste Stufe ausgebrannt, zehn Sekunden darauf zündete die zweite Stufe. Noch einmal 21 Sekunden später wurde die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Stufe zwei lief danach bis acht Minuten und 55 Sekunden nach dem Liftoff. Danach war eine Übergangsbahn mit einem Perigäum von 180 Kilometern und einem Apogäum von 450 Kilometern erreicht.

Daraufhin trennte sich die Curie-Kickstufe mit den sieben Satelliten und es begann eine annähernd 40 Minuten lange Phase freier Drift, bis diese Orbitaleinheit auf das Apogäum der Flugbahn gestiegen war. 50 Minuten und 27 Sekunden nach dem Abheben zündete die Curie-Stufe für 44 Sekunden. Die sieben Nutzlasten wurden 53 Minuten und 26 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe freigegeben. Die Bahn lag danach im Schnitt bei einem Perigäum von 440 Kilometern, einem Apogäum von 460 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 45 Grad. Im Anschluss führte die Curie-Stufe ein Deorbit-Manöver durch.

Die aktuelle Mission trug die Bezeichnung „Make it rain“, ein Hinweis auf das feuchte Klima in Seattle, wo der Kunde dieser Mission, die Firma Spaceflight Inc. ihren Sitz hat. Das gilt aber durchaus auch auf die meteorologische Situation am Startort selbst.

Die größte Nutzlast an Bord der Rakete war der Erdbeobachtungssatellit Black Sky Global 3. Er wiegt 56 Kilogramm und wird sich nun zu zwei weiteren Black Sky Global-Flugeinheiten gesellen, die sich bereits seit einem Jahr im Orbit befinden. Black Sky ist eine Geschäftseinheit der Spaceflight Inc., die auch den ganzen Flug organisiert hat. Die Black Sky Satelliten können etwa 1000 Farbbilder der Erdoberfläche pro Tag machen, und erzielen dabei eine Auflösung von etwa einem Meter pro Bildpunkt.

Daneben wurden noch zwei Prometheus-Cubesats für das US Special Operations Command abgesetzt, zwei SpaceBEE Cubesats von Swarm Technologies von denen jeder nur ein Kilogramm wiegt und der ACRUX-1 Cubesat von Melbourne Space Programs. Die Identität des siebten Satelliten wurde auf Wunsch des Kunden nicht bekannt gegeben.

Bild: Die Rocketlab Electron wird für den Flug vorbereitet; Credit: Rocketlab