Der Start des militärischen chinesischen Aufklärungssatelliten Yaogan 33 ist gescheitert. Die offizielle Bestätigung kam allerdings erst einen halben Tag nach dem Ereignis. Da es sich um eine militärische Mission handelt wäre aber selbst bei ordnungsgemäßem Ablauf die Nachrichtenlage dünn geblieben. Die Meldung des Fehlschlages verbreitete sich aber bald nach dem Beginn der Mission durch chinesische Blogger. Es gibt Rumor, dass der Fehler bei der zweiten Zündung der dritten Stufe auftrat, bei der die Bahn des Satelliten zirkularisiert werden sollte. Bestätigt ist das noch nicht.

Die Mission begann zunächst plangemäß um 0:49 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Startkomplex 9 des nordchinesischen Weltraumbahnhofs Taiyuan.

Aufgrund der für die NOTAMs ausgegebenen Abwurfzonen der einzelnen Stufen wird vermutet, dass es sich bei Yaogan 33 um einen SAR-Aufklärungssatellit der Shanghai Academy of Spaceflight Technology (SAST) handelt, ähnlich wie Yaogan 29, der am 26. November ebenfalls von Taiyuan aus gestartet wurde. Das würde bedeuten, dass bei dieser Mission eine sonnensynchrone polare Umlaufbahn in 615 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von 97,8 Grad angestrebt war.

Der Fehlstart könnte Auswirkungen auf die weitere Startkadenz Chinas in diesem Jahr haben. Allein vom Typ Langer Marsch 4C hätten 2019 mindestens 10 Einheiten starten sollen. Sollte der Fehler tatsächlich im Triebwerk der dritten Stufe aufgetreten sein, dann wären immerhin außer den Trägertypen Langer Marsch 4B und 4C keine weiteren chinesischen Träger betroffen.

Die Langer Marsch 4C wurde seit ihrem Erstflug im April 2006 26 mal eingesetzt. 24 Einsätze waren erfolgreich. Der bislang einzige Fehlstart erfolgte am 31. August 2016.

Bild: Start einer chinesischen Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3C in Taiyuan; File-Foto