Beim fünften und letzten Start für den Aufbau der O3b-Konstellation brachte am 4. April eine russische Trägerrakete des Typs Sojus ST-B vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus das letzte Viererpaket von O3b-Satelliten in den Orbit. Die Mission begann nur sechs Stunden nach dem Start einer weiteren Sojus-Trägerrakete, die von Baikonur aus Progress MS-11 in den Weltraum transportiert hatte.

Nach dem aktuellen Start befinden sich nun alle 20 Orbitaleinheiten dieser Konstellation im Orbit. Dies war der 22. Start einer Sojus von Kourou aus, somit trug die Mission in der Arianespace-Terminologie auch die Bezeichnung VS 22 (Vol Sojus Nr. 22). Von hier aus wird die tropentauglichen Sojus-Variante ST-B eingesetzt, ihrerseits eine Modifikation der Sojus 2.1b. Bei diesem Start war der Träger zusätzlich mit einer Fregat-Oberstufe ausgerüstet.

Die Mission begann um 19:03 Uhr mitteleuropäischer Zeit am ELS-Startkomplex in Kourou, der 12 Kilometer nordwestlich der Ariane 5-Startanlage liegt

Die O3b-Satelliten fliegen in einer Höhe von rund 8.000 Kilometern, also viermal näher an der Erde als traditionelle geostationäre Kommunikationssatelliten. Sie decken mit ihren Dienstleistungen die niedrigen Breitengrade der Erde ab, die traditionell mit schlecht mit Breitbandkommunikation versorgt sind. Die Satelliten verfügen dabei über eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde. Sie liefern Internet für stationäre Nutzer, aber auch für Kreuzfahrtschiffe und Flugzeuge. Die ersten 16 Satelliten wurden in den Jahren 2013, 2014 und 2018 jeweils mit einer Sojus ST-B gestartet.

Jede Einheit wiegt etwa 700 Kilogramm.Gebaut wurden die Satelliten von Thales Alenia. Auftraggeberin der Konstellation ist die in Luxemburg ansässige SES (Société Européenne des Satellites).

Bild: Start-Sticker der Mission VS22; Credit: Arianespace