Am 31. März trat die erste Einheit einer neuen Generation chinesischer Datenrelay-Satelliten ihre Reise in den Orbit an. Startort war die Anlage 2 des zentralchinesischen Weltraumbahnhofs Xichang. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 3B in der Version G2 eingesetzt. Der Start dieses Satelliten war bereits für das vergangene Jahr vorgesehen gewesen, verzögerte sich aber dann aus unbekannten Gründen.

Die Startmission von Tianlan 2-01, so die Bezeichnung des Satelliten, begann um 16:51 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zehn Minuten und 18 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe erreichte die dritte Stufe mit dem Raumfahrzeug einen ersten Übergangsorbit mit einem Perigäum von 220 Kilometern, einem Apogäum von 450 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 28,5 Grad. Bei 21 Minuten und 3 Sekunden in der Mission kreuzte die Einheit den Äquator und begann ein weiteres Brennmanöver, das etwa drei Minuten dauerte. Danach war ein geosynchroner Transferorbit mit einem Perigäum von 212 Kilometern, einem Apogäum von 35.800 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 27,1 Grad erreicht. Der Satellit trennte sich 25 Minuten und 45 Sekunden nach dem Liftoff von der Oberstufe des Trägers und wird nun sein Bordtriebwerk verwenden, um die endgültige Umlaufbahn anzusteuern.

Die Tianlan-Raumfahrzeuge sind das Gegenstück zu den US TDRS-Satelliten. Durch sie ist eine weltweite Echtzeit-Kommunikation auch mit Raumfahrzeugen möglich, die sich nicht im Sende- und Empfangsbereich einer heimischen Bodenstation befinden. Die Tianlan-2 Reihe basiert auf der DFH-4 Plattform von CAST, der China Academy of Spaceflight Technology. Die Startmasse des Raumfahrzeugs dürfte bei etwa 5.200 Kilogramm gelegen haben. Die erste Generation der Tianlan-Satelliten wurde in den Jahren 2008 bis 2016 gestartet und basierte auf der DFH-3 Plattform von CAST. Von dieser ersten Serie wurden zwischen dem April 2008 und dem November 2016 insgesamt vier Einheiten gestartet.

Bild: Start der Langer Marsch 3B mit Tianlan 2-01; Credit: js7tv.cn