Am 24. Januar brachte eine indische Trägerrakete des Typs PSLV vom Satish Dhawan Raumfahrtzentrum auf der ostindischen Insel Shriharikota den militärischen Aufklärungssatelliten MICROSAT-R und den Technologiedemonstrator Kalamsat in polnahe Erdumlaufbahnen. Der Träger flog dabei erstmals in einer neuen Variante, der Version DL, mit der eine Lücke im Leistungsspektrum der bisher existierenden Varianten der PSLV geschlossen wird. Die Mission war insgesamt der 46. Einsatz einer PSLV. Bis auf zwei waren alle Flüge erfolgreich.

Der Start erfolgte um 19:07 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Rakete folgte danach einem recht komplexen Flugprofil. Knapp 14 Minuten nach dem Verlassen der Startrampe wurde zunächst MICROSAT-R in einer Kreisbahn in 270 Kilometern Höhe bei einer Inklination von 96,6 Grad freigegeben. Bei MICROSAT-R handelt es sich wahrscheinlich um einen optischen Militäraufklärer für sehr hoch aufgelöste Bilder. Über diesen Satelliten wurden nur sehr wenige Details veröffentlicht.

42 Minuten später zündete die vierte Stufe erneut, und hob das Apogäum der Flugbahn an. Knapp 46 weitere Minuten später zirkularisierte die Oberstufe die Flugbahn in 450 Kilometern bei einer Bahnneigung von 98,8 Grad. Eine Stunde, 42 Minuten und 31 Sekunden nach dem Liftoff begann dann Kalamsat mit seinem Testprogramm. Er blieb dabei mit der PS4, der vierten Stufe des Trägers, verbunden. Zukünftig soll diese Stufe als "Orbital Platform" dienen,  als Basis für kleine Satelliten. Dieser Test lief über einen Zeitraum von etwa 15 Stunden. Danach war die Batteriekapazität der PS4 erschöpft.

Die bisher eingesetzten Varianten der PSLV sind die Versionen G, CA und XL. Die Version G verfügt über sechs PS0M-Zusatzbooster als Startunterstützung, die Version XL verfügt ebenfalls über sechs Booster, allerdings vom stärkeren PS0M-XL Typ, und die Version CA - der Begriff steht für "Core alone" - setzt keine Zusatzbooster ein. Die neue Version DL ist mit zwei PS0M-XL Einheiten ausgerüstet und steht somit leistungsmäßig zwischen den Versionen CA und XL. Die bisherige Version G wird aus dem Betrieb genommen, so dass zukünftig nur noch ein Booster-Typ anstelle von bisher zweien geflogen wird. Die letzte PSLV-G war im September 2016 im Einsatz.

Bild: Start des PSLV-DL; Credit: ISRO