Eine vierstufige japanische Epsilon-Rakete brachte am 18. Januar sieben Kleinsatelliten in eine sonnensynchrone polare Erdumlaufbahn. Es war der insgesamt vierte Einsatz einer Rakete dieses Typs seit seiner Einführung im Jahre 2013. Der Start der 26 Meter langen Epsilon erfolgte um 1:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Uchinura Raumfahrtzentrum in West-Japan. Das entspricht 9:50 Uhr japanischer Standardzeit. Mit insgesamt sieben Brennmanövern der vierten Stufe gab der Träger seine Nutzlasten in einer kreisförmigen Umlaufbahn in etwa 500 Kilometern Höhe, bei einer Bahnneigung von 97,2 Grad zu Äquator frei.

Bei der Epsilon handelt es sich um einen Kleinträger, der über die ersten drei Stufen mit festen Treibstoffen arbeitet und über eine vierte Antriebseinheit - die so genannte "Post  Boost Stage" - verfügt, die mit flüssigen Treibstoffen betrieben wird. Mit ihr erfolgt die „Feinabstimmung“ beim Bahneinschuss vorgenommen wird. Die Rakete kann Nutzlasten bis maximal 450 Kilogramm Gewicht auf sonnensynchrone Umlaufbahnen bringen.

Die Oberstufe gab den größten der sieben Raumfahrzeuge, RAPIS 1 (für: RAPid Innovative payload demonstration Satellite 1), 52 Minuten nach dem Verlassen der Startanlage frei. Das rund 200 Kilogramm schwere Raumfahrzeug wurde von Axelspace für die JAXA gebaut. Es handelt sich dabei um einen Technologiesatelliten, bei dem eine ganze Reihe neuer Technologien erprobt werden sollen.  Angefangen von Dünnfilm-Solarzellen, über die Verwendung so genannter "Grüner Treibstoffe", ein neuartiges Hochgeschwindigkeits-X-Band Kommunikationssystem und eine ganze Anordnung von Kameras, die für Erdbeobachtung aber auch für die Kontrolle der Betriebsvorgänge an Bord des Satelliten eingesetzt werden können (wie zum Beispiel die Überwachung der Entfaltung der Solargeneratoren).

Nach einem kurzen Brennmanöver der Post-Boost-Stufe wurde dann ALE 1 abgesetzt, der von Astro Live Experiences entwickelt und gebaut wurde. Dieser 68 Kilogramm schwere Satellit ist eine Art Kunstinstallation, die einen künstlichen Meteorschauer über Japan auslösen soll. Er wird dabei ein Zentimter große Pellets in die Erdatmosphäre schießen. Ein zweiter Satellit dieser Art ist im Bau und soll später im Jahr gestartet werden.

Ein weiterer Satelliten an Bord war der 51 Kilogramm schwere MicroDragon, der vom Vietnam National Space Center betrieben werden soll und Umweltmonitoring betreiben wird. Außerdem war der 59 Kilogramm schwere RISESAT an Bord, eine Abkürzung für Rapid International Scientific Experiment SATellite. Das Raumfahrzeug stammt von der Universität Tohoku und ist ein Technologiesatellit.

Und schließlich waren noch drei Cubesats mit an Bord der Rakete, nämlich OrigamiSat (ein vier Kilogramm schwerer 3-Unit-Cubesat) vom Tokioter Institut für Technologie, Aoba VELOX-IV (3 Kilogramm schwer, 2-Unit-Cubesat) vom Kyūshū-Institut für Technologie und NEXUS (Ein Kilogramm schwer, 1-Unit-Cubesat) von der Nihon Universität.

Bild: Die Epsilon-Rakete vor dem Start; Credit: JAXA