China führte nicht nur den letzten Orbitalstart des Jahres 2018 durch, sondern auch die weltweit erste Mission des Jahres 2019. Am 10. Januar brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 3B den militärischen Kommunikationssatelliten Zhongxing 2D (oder Chinasat 2D) in eine geostationäre Transferbahn. Startort war das zentralchinesische Raumfahrtzentrum Xichang. Das Raumfahrzeug ist wahrscheinlich die dritte Einheit geostationärer militärischer Kommunikationssatelliten der Shentong-Reihe.

China setzt derzeit zwei Versionen geostationärer Satelliten für militärische Kommunikationszwecke ein: Die Fenghuo-Reihe und die Shentong-Serie. Die Shentong-Satelliten werden von der chinesischen Volksbefreiungsarmee betrieben. Sie sind für Funk- und Datenverkehr im Gefechtsfeld zuständig und verwenden verschlüsselte Ka-Band-Kanäle.

Die Mission begann um 18:05 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die dritte Stufe der Trägerrakete setzte den Satelliten knapp 30 Minuten später in einem Orbit mit einem Perigäum von 207 Kilometern, einem Apogäum von 35.795 Kilometern und einer Bahnneigung von 27,1 Grad zum Äquator ab. Von hier aus wird sich das Raumfahrzeug mit seinem Bordantrieb auf die endgültige Position über dem Äquator aufmachen.

Chinasat 2D basiert auf der DFH-4 Plattform der China Academy of Space Technology. Er dürfte ein Startgewicht von etwa 5.200 Kilogramm aufweisen. Die Solargeneratoren leisten etwa 10,5 Kilowatt.

China führte im vergangenen Jahr mit 39 Missionen die Weltrangliste der meisten Starts an. Auch in diesem Jahr wird das Land wieder ganz vorne dran sein, allerdings werden in 2019 insgesamt etwas weniger chinesische Starts erwartet, als im vergangenen Jahr.

Die Langer Marsch 3B bei den Startvorbereitungen in Xichang; Credit: ChinaNews