Eine russische Trägerrakete des Typs Sojus ST-A "Fregat" brachte am 19. Dezember vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou im französischen Übersee-Département Französisch-Guayana aus im Auftrag der Arianespace einen Militärsatelliten in eine sonnensynchrone, polare Erdumlaufbahn. Das Raumfahrzeug trägt die Bezeichnung CSO-1 und wurde im Auftrag des französischen Verteidigungsministeriums transportiert. Es war der insgesamt 20. Start einer Sojus-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou aus.

Die Startmission begann um 16:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 1:37 Uhr Guyana-Ortszeit. Etwa eine Stunde nach dem Verlassen der Startrampe setzte die Fregat-Oberstufe der Sojus ST-A den Satelliten in einer Kreisbahn in 800 Kilometern Höhe ab. CSO-1 ist der erste einer Serie von insgesamt drei optischen Beobachtungssatelliten mit der Bezeichnung "Composante Spatiale Optique" (oder eben kurz: CSO). Die CSO-Satelliten werden die Helios-Aufklärungssatelliten ersetzen, von denen der letzte mit einer Ariane 5 im Jahre 2009 gestartet worden war. Die neue Generation von Spionagesatelliten kostet, zusammen mit dem Bodensegment, etwa 1,3 Milliarden Euros. Kunde des Systems ist die "Direction Générale de l’Armement", oder kurz: DGA, die für dieses Vorhaben eine Partnerschaft mit der nationalen französischen Raumfahrtbehörde CNES einging.

Der beim Start 3.565 Kilogramm schwere Satellit war von Airbus Defence und Space in Toulouse gebaut worden. Die optische Nutzlast stammt von Thales Alenia Space. Das Raumfahrzeug basiert auf der AstroSat-1000 Plattform von Airbus Defence and Space.

Die CSO-Satelliten sind für eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren ausgelegt. Das nächste Raumfahrzeug der Serie soll Ende 2020 oder Anfang 2021 starten und dann auf eine niedrigere Erdumlaufbahn gehen, die in etwa 480 Kilometern Höhe liegt. Ein dritter CSO, wieder in 800 Kilometer Höhe zu stationieren, soll nach 2022 mit einer Ariane 6 gestartet werden. Die Satelliten werden Bilder im Normaloptischen- und im Infrarotbereich machen. Das Auflösungsvermögen der CSO-Satelliten aus 800 Kilometern Höhe liegt bei etwa 35 Zentimetern pro Bildpunkt. Bei Überflügen in nur 500 Kilometern Höhe verbessert sich das Auflösungsvermögen auf 20 Zentimeter pro Bildpunkt.

Bild: Missionsposter der CSO-1 Mission; Credit: Arianespace