Der 100. Orbitalstart des Jahres 2018 war gleichzeitig die Rückkehr der Sojus FG als Einsatzträger für bemannte Raumfahrzeuge. Die Rakete transportierte das Raumschiff Sojus MS-11 mit Crewmitgliedern aus Russland, den USA und Kanada problemlos in den Orbit. Dieser bemannte Start erfolgte weniger als zwei Monate nach dem Fehlstart von Sojus MS-10, bei dem die Crew nach einer Fehlfunktion der Trägerrakete bei der Stufentrennung vom Rettungssystem der Sojus-Raumkapsel in Sicherheit gebracht wurde.

Erstaunlicherweise führte der Fehlstart nicht nur zu keinen Verzögerungen im nachfolgenden Flugablauf, sondern es wurde, ganz im Gegenteil die Mission Sojus MS-11 um 17 Tage vorverlegt. Das war nur möglich, weil die Fehlerursache beim Starts am 11 Oktober kein Konstruktionsfehler war, sondern einen Montageschaden bei der Installation der Booster gehandelt.

Die Mission von Sojus MS-11 begann am 3. Dezember um 12:31 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 17:31 Uhr lokaler Ortszeit. Acht Minuten und 45 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe hatte das Raumfahrzeug den Orbit erreicht. Nur Sekunden später entfalteten sich Solargeneratoren und Antennen. Der erzielte Orbit wies ein Perigäum von 200 Kilometern, ein Apogäum von 240 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 51,6 Grad auf. Die Orbitparameter waren exakt genug, um ein Rendezvous mit der ISS innerhalb von nur vier Erdumkreisungen zu ermöglichen. Damit erfolgte das Anlegemanöver an der Raumstation sechs Stunden und zwei Minuten nach dem Liftoff, um 18:33 Uhr.

Die Crew von Sojus MS-11 besteht aus dem 54jährigen russischen Kommandanten Oleg Kononenko, für den es bereits der vierte Raumflug ist, und zwei Weltraum-Neulingen,  nämlich der 39jährigen Anne McClain von der NASA und dem 49jährigen David Saint-Jacques von der kanadischen Weltraumagentur CSA. In der ISS treffen sie auf die Crew von Sojus MS-09 bestehend aus dem russischen Kosmonauten Sergei Prokopjew, dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst (dem Kommandanten der Expedition 56) und der  NASA Astronautin Serena Auñón-Chancellor. Eigentlich hätten sich diese beiden Mannschaften nie sehen sollen, denn die vorgesehene Ergänzung für Gersts Expedition 56 war die Sojus MS-10 Crew bestehen aus Alexei Owtschinin und Nick Hague.

Im Übrigen ist es bereits 28 Jahre her, dass in einem Jahr mehr als 100 Orbital- und Sondenstarts erfolgt sind.

Bild: Dieses Poster stammt von Missionskommandant Oleg Kononenko; Credit: Roskosmos/Kononenko