Eine indische Trägerrakete des Typs PSLV CA brachte am 29. November insgesamt 31 Satelliten auf eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn. Hauptnutzlast an Bord des Trägers war der Erdbeobachtungssatellit HySIS, der die Erde mit einem Hyperspektralbildgeber in einem breiten Spektrum von Wellenlängen beobachten soll. Der Start erfolgte vom indischen Satish Dhawan Raumfahrtzentrum aus, das auf der ostindischen Insel Sriharikota gelegen ist. Die Mission war der zweite indische Start innerhalb von nur 15 Tagen, der sechste indische Weltraumstart des Jahres und die insgesamt 45. Mission einer Trägerrakete des Typs PSLV.

Die Rakete verließ die Startrampe um 5:27 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 9:57 Uhr Ortszeit). Nach zwei Brennmanövern der vierten Stufe erreichte die PSLV zunächst eine  Kreisbahn in einer Höhe von 636 Kilometern bei einer Bahnneigung zum Äquator von 97,7 Grad. Dort wurde der 380 Kilogramm schwere HysiS abgesetzt. Dieser Satellit basiert auf der IMS-2 Plattform der ISRO (IMS=Indian Mini Satellite). HySIS kann die Erde in 55 Spektralbändern mit einer Auflösung von 30 Metern pro Bildpunkt fotografieren.

Danach folgten zwei weitere Brennmanöver, bis die Stufe mit den verbliebenen 30 Kleinsatelliten eine Kreisbahn in annähernd 500 Kilometern Höhe erreicht hatte. Der niedrigere Orbit für die Kleinsatelliten soll sicherstellen, dass sie innerhalb weniger Jahrzehnte allein durch die dort noch verbliebene minimale Luftreibung abgebremst werden und somit nicht zu langdauerndem Weltraummüll werden.

Die größte der Sekundärnutzlasten war der 56 Kilogramm schwere "Global 1" von BlackSky Global, einem Ableger der in Seattle ansässigen Firm Spaceflight Industries. Trotz seiner geringen Größe ist das Kleinraumfahrzeug in der Lage, Bilder der Erdoberfläche mit einem Auflösungsvermögen von nur 90 Zentimetern pro Bildpunkt zu machen. BlackSky plant eine Konstellation von bis zu 60 dieser Satelliten.

Die restlichen 29 Kleinsatelliten basierten allesamt auf dem Cubesat-Standard. Darunter. befanden sich alleine 16 "Flock-3r" Einheiten der "Dove"-Konstellation der in San Francisco ansässigen Firma "Planet". Nach diesem aktuellen Start verfügt Planet damit über insgesamt 134 aktive Einheiten der nur schuhschachtelgroßen Satelliten im Orbit.

Vier "Lemur"-Satelliten waren für Spire Global mit an Bord, ebenfalls ein Unternehmen aus San Francisco, das mit diesen Einheiten Schiffs-Tracking durchführt und einen Wetterdienst anbietet. Die Lemurs analysieren die Brechung des GPS-Signals in der Erdatmosphäre, um Daten über Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit zu ermitteln. Bislang wurden schon mehr als 60 Lemur-Satelliten gestartet.

GeoOptics brachte einen zehn Kilogramm schweren Wettersatelliten mit der Bezeichnung CICERO 8 (für: Community Initiative for Cellular Earth Remove Observation 8) in den Orbit. CICERO 8 ist ein 6-Unit-Cubesat.

Der Technologiesatellit HSAT 1 ist ebenfalls ein 6-Unit-Cubesat, gebaut und betrieben von der Harris Corporation.

Auch der niederländische Hiber 1 von Hiber Global ist ein 6-Unit-Cubesat. Es handelt sich dabei um einen Demonstrator für ein 50 Einheiten starkes Kommunikationsnetzwerk im niedrigen Orbit.

CASE, im Besitz der Kepler Communications und gebaut von Clyde Space in Glasgow ist ebenfalls ein Prototyp für eine zukünftige Kommunikationskonstellation. CASE ist ein 3-Unit-Cubesat.

FACSAT 1, ebenfalls ein 3-Unit-Cubesat, wird der erste Satellit, den die kolumbianische Luftwaffe betreibt. Gebaut wurde er von der schwedischen Firma GOMSat. Das Mini-Raumfahrzeug ist ein Erdbeobachtungssatellit mittleren Auflösungsvermögens.

Der malaysische Innovative Satellite 2, oder kurz InnoSat 2 ist ein 3-Unit-CubeSat. Er soll Technologie-Experimente für Astronautic Technology unternehmen. 

3Cat 1, entwickelt von der polytechnischen Universität von Katalonien ist ein 1-Unit-Cubesat, der von der finnischen Firma Reaktor Space Laboratories gebaut wurde. 

Von Fleet Space Technologies stammt Centauri 2, ein 3-Unit-Cubesat. Mit ihm werden Technologie-Experimente unternommen.

Und schließlich war noch für die finnische Firma "Reaktor Space Lab" ein Satelliten mit der Bezeichnung „Hello World“ mit einem prototype Hyperspektral-Bildgeber an Bord.

Bild: Start der PSLV CA mit 31 Satelliten an Bord; Credit: ISRO