Eine vierstufige europäische Trägerrakete des Typs Vega brachte am 21. November den zweiten marokkanischen Erderkundungssatelliten, Mohammed VI-B, auf eine sonnensynchrone polare Erdumlaufbahn. Er folgt damit Mohammed VI-A, der vor ziemlich genau einem Jahr, ebenfalls mit einer Vega-Rakete gestartet worden war. Der Flug mit der Bezeichnung VV13 (VV=Vol Vega) war die neunte Arianespace-Mission des Jahres, und die zweite, bei der eine Vega als Träger eingesetzt wurde. Der Satellit ist nach dem marokkanischen König Mohammed VI benannt.

Die Startmission begann um 2:42 Uhr mitteleuropäischer Zeit am europäischen Weltraumbahnhof in Französisch Guyana. 55 Minuten und 21 Sekunden nach dem Liftoff setzte die Vega den Satelliten auf einer Kreisbahn in 620 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von 98 Grad zum Äquator aus. Eine knappe Stunde später unternahm die vierte Stufe ein weiteres Brennmanöver, und brachte sich selbst mit einem "disposal burn" wieder aus dem Orbit.

Die beiden Mohammed VI-Satelliten wurden in einer Partnerschaft zwischen Thales Alenia Space und Airbus Defence and Space gebaut. Aufgabe der beiden Einheiten sind Landvermessung, Umweltschutz, Beobachtung und Management von Naturkatastrophen, landwirtschaftliche Überwachung und staatliche Aufgaben wie Grenzsicherung und Küstenüberwachung. Man kann mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass bei den "staatlichen Aufgaben" auch eine militärische Nutzung vorgesehen ist.  

Das gesamte Programm, einschließlich der beiden Raumfahrzeuge, der Startdienstleistung und der Unterstützungsleistungen kostet Marokko 568 Millionen Euro. Das Raumfahrzeug hat eine Startmasse von 1.108 Kilogramm. Es basiert auf der Astrosat-1000 Plattform von Airbus. Es existieren bereits vier Satelliten auf Grundlage dieser Plattform (2 x Pleiades, 2 x Falcon Eye), die primär militärische genutzt werden.

Bild: Startposter der Mission VV13; Credit: Arianespace