Russland startete am 16. November den Raumfrachter Progress MS-10 mit annähernd drei Tonnen Fracht zur Internationalen Raumstation. Die Mission begann an der Startrampe 1 des russischen (aber in Kasachstan gelegenen) Weltraumbahnhofs Baikonur. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Sojus FG eingesetzt, exakt die baugleiche Variante der Sojus, mit der es am 11. Oktober zu einem Fehlschlag bei einem bemannten Start gekommen war. Mit dem erfolgreichen Start wird erwartet, dass die russische Raumfahrtagentur Roskosmos jetzt grünes Licht für einen bemannten Start am 3. Dezember gibt.

Der Start erfolgte um 20:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 0:14 Uhr Ortszeit am 17. November. Eigentlich hätte die Mission schon am 31. Oktober beginnen sollen, wurde aber in der Folge des Fehlstarts vom 11. Oktober verschoben. Zum Zeitpunkt des Starts befand sich die ISS 425 Kilometer südwestlich der Startrampe und passierte diese weniger als eine Minute später.

An Bord der Progress befinden sich etwa 1.300 Kilogramm so genannte „trockene“ Fracht wie Nahrung, Hygieneartikel, Kleidung, Ersatzteile, Instrumente und ähnliches. Diese Fracht wird von der ISS-Crew manuell entladen. Außerdem werden 750 Kilogramm Treibstoff für das Swesda-Modul der ISS transferiert, 440 Liter Wasser, 50 Kilogramm Sauerstoff  und 24 Kilogramm Luft.

Progress MS-10 ist das 162. Progress-Raumschiff, seit das Programm im Jahre 1978 für die Versorgung der sowjetischen Raumstation Salut 6 begann. Im ISS-Programm ist es die 73. Progress-Mission. Drei dieser Starts scheiterten, nämlich Progress 44 im August 2011, Progress 59 im April 2015 und Progress 65 im Dezember 2016.

Bild: Ankunft von Progress MS-10 am Swesda-Modul der ISS; Credit: Roskosmos