Auch der zweite orbitale Einsatz der neuen indischen Schwerlast-Trägerrakete GSLV Mark III verlief erfolgreich. Bei dem Einsatz brachte das Vehikel den Kommunikationssatelliten GSAT 29 auf eine geostationäre Transferbahn. Damit ist der Weg frei für den Einsatz des Trägers als Transportmedium für Indiens erste Mondlandesonde.

Das „Geosynchronous Satellite Launch Vehikel Mark III“ oder kurz GSLV Mk. III verließ die Startrampe des Satish Dhawan Weltraumbahnhofs auf der ostindischen Insel Shriharikota um 12:38 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 17:08 Uhr lokaler Ortszeit. 16 Minuten und 28 Sekunden nach dem Liftoff war eine Bahn mit einem Perigäum von 190 Kilometern, einem Apogäum von 35.975 Kilometern und einer Inklination zum Äquator von 21,5 Grad erreicht.

Es war insgesamt der dritte Einsatz einer GSLV Mk. III. Der erste Flug, eine suborbitale Testmission, war bereits 2014 erfolgt. Ein erster orbitaler Flug erfolgte 2017. Beide Missionen verliefen weitgehend erfolgreich. Zusammen mit der erfolgreichen aktuellen Mission gilt die Rakete nun für „höhere Weihen“ geeignet. Eine solche Mission wird der Start des indischen Mondlanders Chandrayaan 2 sein, der für Anfang 2019 geplant ist. Eine weitere Aufgabe für die neue Rakete wird der Transport von Indiens zukünftigem bemanntem Raumschiff Gaganyaan sein, das ab 2022 fliegen könnte. Der Träger kann maximal etwa 4.000 Kilogramm in den geostationären Transferorbit bringen, oder etwa 10 Tonnen Nutzlast auf eine niedrige, genau östlich ausgerichtete Umlaufbahn. Es sind jedoch weitere upgrades – vor allem an der Zentralstufe - geplant, welche die Nutzlastkapazität für den Transferorbit auf etwa sechs Tonnen bringen sollen.

Bei der aktuellen Mission brachte die Rakete den Kommunikationssatelliten GSAT 29 in einen geostationären Transferorbit, einen Satelliten hoher Sendeleistung, der ein Startgewicht von 3.432 Kilogramm aufwies. Das Raumfahrzeug wurde von der indischen Raumfahrtorganisation ISRO auf Basis der I3-K Plattform gebaut. Die ISRO wird den Satelliten auch betreiben. Er trägt Ku-Band und Ka-Band Transponder und wird auf 55 Grad östlicher Länge stationiert werden. Die Einheit dient neben seiner Kommunikationsfunktion auch als Technologieträger für verschiedene Datentransferverfahren wie Laser-Links oder optische Verbindungen. Außerdem trägt er eine hochauflösende Kamera.

Bild: Start der dritten GSLV Mark III mit dem Kommunikationssatelliten GSAT 29. Das Bild gibt schon einen Hinweis auf die zukünftigen Einsätze; Credit: ISRO