Das neuseeländische Unternehmen Rocketlab brachte am 11. November, beim ersten kommerziellen Einsatz ihrer Elektron-Rakete, sieben Kleinnutzlasten erfolgreich in den Orbit. Der Start erfolgte vom Startkomplex 1 auf der neuseeländischen Halbinsel Mahia, wo sich der privat betriebene Raumflughafen des Unternehmens befindet. Der Einsatz war der dritte Flug einer Elektron. Die beiden ersten Einsätze im Mai 2017 und im Januar 2018 galten als Testflüge.

Die Rakete weist viele neue innovative Elemente auf. So werden die Pumpen aller zehn Triebwerke elektrisch betrieben. Alle wesentlichen Komponenten der Raketenmotoren werden mittels 3D-Druck erzeugt. Die Elektron ist in der Lage, eine Nutzlast von etwa 150 Kilogramm auf eine polare Umlaufbahn zu bringen, oder etwa 225 Kilogramm auf eine genau östliche niedrige Erdumlaufbahn. Das gesamte Nutzlastgewicht dieser ersten Einsatzmission betrug allerding nur etwa 40 Kilogramm.

Die Zündung der neun Rutherford-Haupttriebwerke des 17 Meter hohen Kleinträgers erfolgte um 5:50 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Rakete flog danach in fast genau südliche Richtung. Die Trennung von erster und zweiter Stufe erfolgte nach zwei Minuten und 45 Sekunden. Drei Sekunden danach zündete die zweite Stufe. Die Nutzlastverkleidung wurde nach drei Minuten und sechs Sekunden abgetrennt. Neun Minuten und 15 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe war auch die Brenndauer der zweiten Stufe abgeschlossen. Neun Minuten nach dem Verlassen der Startrampe hatte die Orbitaleinheit, bestehend aus der Curie-Kickstufe und den sieben Satelliten, einen ersten Übergangsorbit mit einem Perigäum von 200 Kilometern und einem Apogäum von 500 Kilometern erreicht. Die Neigung der Bahn zum Erdäquator betrug 85 Grad. Im Apogäum der Bahnellipse, 41 Minuten und 41 Sekunden nach dem Brennschluss der zweiten Stufe, zündete die Curie-Kickstufe für eine Dauer von etwa einer Minute und fünf Sekunden und zirkularisierte die Umlaufbahn.

Als erste Nutzlast wurde danach der ein Kilogramm schwere IRVINE 01 Cubesat der Irvine Public School Foundation freigegeben, gefolgt von zwei je vier Kilogramm schweren Einheiten der Spire Global LEMUR-Konstellation. Diese beiden Einheiten trugen die Namen ZUPANSKI und CHANUSIAK. Zwei Datenrelay-Satelliten von Fleet Space Technologies mit der Bezeichnung Proxima 1 und 2 folgten. Danach war der gut 10 Kilogramm schwere kommerziellen Wettersatelliten CICERO 10 an der Reihe, den Tyvak Nano-Systems für GeoOptics gebaut hat. Die siebte Nutzlast verblieb an Bord der Curie-Stufe. Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung mit der Bezeichnung NABEO, einen Technologie-Demonstrator für ein Orbital-Debris-Removal-System des deutschen Unternehmens „High Performance Space Structure Systems GmbH“.

Bild: Start der Elektron zu ihrem ersten kommerziellen Einsatz; Credit: Credit Kieran Fanning & Sam Toms