Am 29. Oktober brachte eine Trägerrakete des Typs H2-A vom japanischen Weltraumbahnhof Tanegashima aus einen Satelliten in eine Erdumlaufbahn. Seine Aufgabe wird es sein, den Gehalt an Treibhausgasen in der Erdatmosphäre zu messen. Damit sollen Klimaforscher in die Lage versetzt werden, die Rolle des menschlichen Einflusses bei der zunehmenden Erderwärmung zu quantifizieren. Der Satellit ist der zweite so genannte „Greenhouse Gas Observing Satellite“ (GOSat-2). Nach dem erfolgreichen Start erhielt er die Bezeichnung Ibuki 2 (japanisch für: Atem). Fünf weitere Satelliten aus Japan, den vereinigten Arabischen Emiraten und den Philippinen begleiteten Ibuki 2 bei seiner Reise in den Orbit.

Der Start der 57 Meter hohen Rakete erfolgte um 6:08 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 13:08 Uhr japanischer Standardzeit) von der Startanlage 1 des Weltraumbahnhofs auf der Insel Tanegashima. Es war der insgesamt 40. Einsatz einer H2-A Rakete. Knapp 15 Minuten nach dem Liftoff erreichte die zweite Stufe mit den sechs Satelliten die Zielbahn mit einem Perigäum von 595 Kilometern, einem Apogäum von 615 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 97,8 Grad. Eine weitere Minute später wurde Ibuki-2 ausgesetzt. Die anderen fünf Satelliten folgten in den darauf folgenden 35 Minuten. 51 Minuten nach dem Liftoff war für den Träger die Mission beendet.

Ibuki-2 ist ein gemeinsames Projekt der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, des japanischen Umweltministeriums und dem nationalen Institut für Umweltstudien. Der Satellit soll seinen Vorgänger Ibuki ersetzen, der im Januar 2009 zu einer fünfjährigen Mission gestartet worden war, aber immer noch im Dienst ist. Er war seinerzeit der erste Satellit, der sich mit der Messung von Treibhausgasen aus dem Weltraum beschäftigte.

Das Raumfahrzeug wurde von der Mitsubishi Electric Corporation gebaut und weist ein Startgewicht von etwa 1.800 Kilogramm auf. Die zweite größere Nutzlast an Bord war der 330 Kilogramm schwere Erdbeobachtungssatellit KhalifaSat aus Dubai. KhalifaSat wird in der Lage sein, Objekte auf der Erde noch mit einer Größe von 70 Zentimetern auszumachen. Emirates Er wurde in Zusammenarbeit mit dem “Institution for Advanced Science and Technology (EIAST) in Dubau und der südkoreanischen SATREC gebaut.

Die vier anderen Satelliten an Bord des Trägers waren:

  • Diwata 2B, ein 56 Kilogramm schwerer philippinischer Erdbeobachtungssatellit, der von PHL Microsat gebaut wurden, einem Konsortium des philippinischen Forschungsministeriums, der philippinischen Universität Diliman und den japanischen Universitäten von Hokkaido und Tohoku.
  • Ten-Koh, ein 23 Kilogramm schwerer Technologie- und Umweltbeobachtungssatellit des Kyushu Institute of Technology.
  • AUTCube 2, ein 1,5 Kilogramm schwerer japanischer Cubesat des Aichi Institute of Technology, ein Technologiesatellit für Kommunikationsexperimente, und schließlich
  • STARS-AO, ein 1,4 Kilogramm schwerer Cubesat der Universität Shizuoka, mit dem astronomische Beobachtungstechnologien mit Kleinteleskopen erprobt werden sollen.

Bild: Artists Impression KhalifaSat; Credit: MBRSC