Der von China und Frankreich gemeinsam entwickelte Meeresforschungssatellit  CFOSat startete am 29. Oktober vom nordchinesischen Weltraumbahnhof Jiuquan. Die Abkürzung steht für China-France Oceanography Satellite. Das Raumfahrzeug wurde an Bord einer Trägerrakete des Typs Langer Marsch 2C zusammen mit fünf chinesischen Cubesats auf eine sonnensynchrone polare Erdumlaufbahn transportiert. In einer mindestens dreijährigen Mission soll der Satellit Windströmungen und Wellenhöhen der Ozeane messen.

Der Start erfolgte um 2:43 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 8:43 Uhr Pekinger Zeit, von der Rampe 94 des Startkomplexes 43 der Anlage. Etwa 45 Minuten später wurde der Satellit von der Oberstufe der Rakete auf einem Orbit in einer Höhe von 520 Kilometern mit einer Bahnneigung zum Äquator von 97,5 Grad abgeliefert.

Die Mission ist eine Kooperation zwischen der China National Space Administration (CNSA) und dem Centre National d’Études Spatiales (CNES). Der Satellitenbus wurde in China gebaut. Es handelt sich dabei um die CAST2000-Plattform der DFH-Satellite Corporation. Die beiden Instrumente kommen aus China und aus Frankreich. Dabei handelt es sich um SWIM (Surface Waves Investigation and Monitoring), ein Wellen-Scatterometer, das von der CNES geliefert wurde, und um SCAT, ebenfalls ein Scatterometer, das die Windfelder über den Ozeanen vermessen soll. Dieses Instrument statt von der CNSA. Beide Scatterometer sind Ku-Band Radare, die im Frequenzbereich zwischen 13,2 und 13,6 Gigahertz scannen. Das Raumfahrzeug wiegt 600 Kilogramm. Die Primärstruktur hat eine Abmessung von 1,4 x 1,4 x 1,2 Metern.

Die vom Satelliten gewonnen Daten werden innerhalb von drei Stunden nach ihrer Erfassung an europäische und chinesische Bodenstationen übermittelt. Das gemeinsame Projekt wurde im Jahre 2007 ins Leben gerufen und ist die bislang bedeutendste Raumfahrt-Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern. Die CFOSat-Mission wurde offiziell im Jahre 2014 genehmigt. Die Daten dienen der Grundlagenforschung. Mit ihnen soll die Interaktion zwischen den Meeren und der Atmosphäre erforscht werden, und damit unter anderem langfristig die Vorhersage tropischer Zyklone verbessert werden.

Zusammen mit CFOSat brachte die Langer Marsch 2C noch fünf kleine Technologiesatelliten  in den Orbit. Dabei handelt es sich um vier Nano-Sats der Spacety Aerospace Corporation, nämlich den sechs Kilogramm schweren Xiaoxiang-1, den acht Kilogramm schweren Tongchuan-1, den acht Kilogramm schweren Xinghe und den acht Kilogramm schweren Changshagaoxin.  Mit an Bord war noch der zwei Kilogramm schwere Technologiesatellit CubeBel-1 der weißrussischen Staatsuniversität.

Bild: Retro-Plakat der CNES zum Start von CFOSat; Credit: CNES