Der Jungfernflug der Zhuque-1 Trägerrakete des privaten chinesischen Raumfahrtunternehmens Landspace, am 27. Oktober, ist gescheitert. Ein kleiner Testsatellit mit der Bezeichnung Weilai-1 ging dabei verloren. Es war das erste Mal, dass ein chinesisches Privatunternehmen versuchte, einen Satelliten in den Orbit zu bringen. Die Mission war bereits der 30. chinesische Orbitalstartversuch dieses Jahres.

Die ausschließlich mit festen Treibstoffen betriebene dreistufige Rakete startete um 10:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 16:00 Uhr Pekinger Zeit) von einer mobilen Plattform am Raumfahrtzentrum Jiuquan.

Die in Peking ansässige Landspace Technology Corporation wurde im Jahre 2015 durch die Universität Tsinghua gegründet. Das Unternehmen entwickelt neben der Zhuque-1 auch den mit flüssigen Treibstoffen (Methan und Sauerstoff) betriebenen Zhuque 2 -Träger. Der Name bezieht sich auf den „Roten Vogel“, eines der Symbole der chinesischen Sternenkonstellationen. Er steht für den „Süden“ oder „Sommer“.

Zhuque-1 ist 19 Meter lang und weist einen Durchmesser von 1,35 Metern auf. Das Startgewicht beträgt etwa 27 Tonnen, der Startschub liegt bei 450 KiloNewton. Der Träger ist in der Lage, etwa 200 Kilogramm Nutzlast auf eine sonnensynchrone Umlaufbahn in 500 Kilometer Höhe zu transportieren, oder etwa 300 Kilogramm in einen östlichen 300 Kilometer-Orbit. Für diesen Testflug wurde aber eine leichtere Nutzlast gewählt, nämlich der 40 Kilogramm schwere Weilai-1. Dieses Vehikel ist ein Technologiesatellit, der von MinoSpace für China Central Television entwickelt und gebaut wurde. Er basiert auf der MN-10 Plattform.

Bild: Zhuque-1 vor dem Start; Credit: Landspace