Am 25. September führte Arianespace die 100. Mission einer Ariane 5-Trägerrakete durch, und brachte dabei zwei Kommunikationssatelliten auf eine geostationäre Transferbahn. Dieser 100. Flug war gleichzeitig für die Arianespace der 300. Einsatz, wenn man alle Varianten der Ariane-Rakete dazuzählt, und außerdem die Flüge der Sojus ST und der Vega mit berücksichtigt, die ebenfalls unter die Verantwortung der Arianespace fallen. Dazu zählen auch die Sojus-Flüge, die im Auftrag der Arianespace von Baikonur aus gestartet wurden. Betrachtet man nur die Ariane-Raketen (seit Ariane 1 im Dezember 1979), dann ist das die Nummer 243.

Die Mission begann am Raumfahrtzentrum Kourou ganz am Ende eines 45 Minuten langen Startfensters, um 0:38 Uhr mitteleuropäischer Zeit. 25 Minuten und 35 Sekunden später erfolgte der Brennschluss der zweiten Stufe. Zu diesem Zeitpunkt war eine Umlaufbahn mit einem Perigäum von 250 Kilometern, einem Apogäum von 35.720 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von sechs Grad erreicht. Fünf Minuten später trennte sich Horizons 3e von der Stufe, weitere fünf Minuten später löste sich der Sylda-Adapter von der Antriebseinheit, und noch einmal acht Minuten darauf wurde auch Azerspace 2/Intelsat 38 freigegeben. Das Gesamtgewicht der Nutzlast, inklusive aller Adapter, betrug 10.827 Kilogramm. Auf die beiden Satelliten entfielen davon 9.941 Kilogramm.

Die 100 Ariane 5-Raketen teilen sich in eine ganze Reihe von Varianten auf. Die erste Version war die "Ariane 5G" (G = Generic), die zwischen Juni 1996 und September 2003 insgesamt 16mal eingesetzt wurde. Dabei kam es zu einem Fehlschlag und zwei Teilversagern. Danach folgte die Ariane 5 ECA (ECA = Evolution Cryotechnique A), die ihren Erstflug 2002 hatte (der scheiterte) und seither 66mal eingesetzt wurde. Neben dem gescheiterten Jungfernflug gab es noch einen Teilversager, als die Rakete wegen eines Fehlers im Steuerungsprogramm einen falschen Kurs einschlug. Beide Satelliten an Bord konnten aber dennoch am Ende mit ihren Bordtriebwerken die gewünschte Zielbahn erreichen. Die Ariane 5G+ wurde dreimal verwendet, die Ariane 5 GS sechsmal und die Variante ES wurde neunmal eingesetzt, um die fünf ATV's der ESA zu starten und bei vier Missionen insgesamt 12 Galileo-Satelliten in den Orbit zu bringen. Bis zum Ende ihrer Dienstzeit wird nun die Version ECA als einzige aktive Ariane 5 Variante im Dienst bleiben.

Bei ihrer Jubiläumsmission brachte der Träger die beiden Kommunikationssatelliten Horizons 3e und Azerspace-2/Intelsat 38 in eine geostationäre Transferbahn. Horizons 3e bildete dabei die "obere" Nutzlast, die auf der Spitze des Sylda-Adapter angebracht wurde. Das von Boeing gebaute Raumfahrzeug wog voll betankt 6.441 Kilogramm und gehört einem Joint Venture zwischen Sky Perfect JSAT und Intelsat. Horizons 3e soll im C- und Ku-Band Breitbanddienste zur Verfügung stellen, und auf 169 Grad östlicher Länge stationiert werden. Das Raumfahrzeug kam sehr kurzfristig in das Startmanifest. Eigentlich sollte bei diesem Flug der indische Kommunikationssatellit GSAT 11 an Bord sein. Doch dann gab es mit dieser Einheit ein technisches Problem er musste zum Hersteller zurückgeschickt werden.

Der 3.500 Kilogramm schwere Azerspace-2 ist der zweite geostationäre Satellit für Aserbeidschan. Das Raumfahrzeug wird Azerkosmos, der nationale Satellitenbetreiber, zusammen mit Intelsat betrieben, das der Einheit die Bezeichnung Intelsat 38 gegeben hat. Er wird Breitband-Dienste auf 45 Grad östlicher Länge zur Verfügung stellen. Azerspace-2 wurde von Space Systems Loral gebaut.

Bild: Startposter der Ariane-Mission VA 243; Credit: Arianespace