Nach einer mehrtägigen Verzögerung wegen schlechten Wetters am Startort begann das siebte japanische Versorgungsschiff für die Internationale Raumstation seine Reise in den Orbit schließlich am 23. September um 2:52 Uhr morgens japanischer Standardzeit. Als Träger des als HTV-7 (für H-2 Transfer Vehicle) bezeichneten Raumfahrzeugs wurde eine H-2B eingesetzt, Startort war das Raumfahrtzentrum Tanegashima in Südjapan.

In Mitteleuropa war es zum Startzeitpunkt des Starts noch 19:52 Uhr am 22. September, als die beiden LE-7A Triebwerke der ersten Stufe der 57 Meter hohen Rakete über einen Zeitraum von knapp sechs Sekunden den Schub aufbauten. Dann zündeten auch die vier Feststoffbooster des Typs SRB-A3 und die Rakete hob ab.

Die Zusatztreibsätze hatten eine Brennzeit von 114 Sekunden und wurden 127 Sekunden nach dem Liftoff abgeworfen. Die Brennzeit der ersten Stufe, betrieben mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Wasserstoff, betrug fünf Minuten und 52 Sekunden. Neun Sekunden später zündete die zweite Stufe für eine Brennzeit von acht Minuten und 19 Sekunden. Danach trennte sich das HTV von der zweiten Stufe der Rakete und trat seinen fünftägigen Anflug zur Internationalen Raumstation an. Der Ausgangsorbit wies ein Perigäum von 187 Kilometern, ein Apogäum von 276 Kilometern und eine Bahnneigung zum Äquator von 51,6 Grad auf.

Die Startmasse des HTV-7 betrug 16.500 Kilogramm. 6.200 Kilogramm davon sind Versorgungsgüter, Ausrüstung und Experimente für die ISS.

Das HTV ist derzeit das einzige Nachschubsystem, das in der Lage ist, Versorgungsgüter großer Abmessungen zum orbitalen Außenposten zu bringen. Dabei sind Maße gemeint, die früher nur vom Shuttle bewältigt werden konnten. Dieses Mal sind das zwei voll ausgerüstete Instrumentenracks mit dabei, eines davon ist die so genannte "Live Science Glove Box“. Außerdem befinden sich sechs große Batteriepakete inklusive ihrer Adapterplatten in einem Gesamtgewicht von 1,4 Tonnen an Bord. Sie werden später, bei einem Außenbordeinsatz der ISS-Crew, im Außenbereich der Station angebracht. Diese modernen Lithium-Ionen-Batterien ersetzen fast 20 Jahre alte Nickel-Wasserstoffbatterien, die sich dem Ende ihrer Lebenszeit nähern. Weitere neue Batterien sollen 2019 und 2020 zur ISS transportiert werden.

HTV-7 stellt eine verbesserte Version des japanischen Nachschubsystems dar. Erstmals wird auch eine kleine rückkehrfähige Kapsel mit an Bord sein. Sie verfügt über einen Durchmesser von 84 Zentimetern, ist 66 Zentimeter hoch und wiegt 180 Kilogramm. Sie soll kurz vor dem Wiedereintritt des Versorgungsschiffes (das dabei verglüht) freigegeben werden, und bis zu 20 Kilogramm Analysematerial von der ISS, wie Proteinkristalle oder Werkproben von Produktionsprozessen, sicher und unbeschadet zu Boden bringen. Der geplante Landepunkt befindet sich im Nordpazifik und dort vor der Küste der Ogasawara-Inseln, die etwa 1.000 Kilometer vor der japanischen Ostküste liegen.

Mit an Bord von HTV-7 befinden sich auch drei Cubesats, die im Laufe der nächsten Wochen von der ISS aus freigegeben werden. Dabei handelt es sich um den Zwei-Unit-Cubesat SPATIUM-I vom Kyushu Institute of Technology und der Universität Nanyang, um den Ein-Unit Cubesat RSP-00 vom Ryman Sat Project und um die beiden Ein-Unit STARS-Me Cubesats von der Universität Shizuoka, die nach dem Absetzen durch ein 14 Meter langes Kabel miteinander verbunden sein werden.

Bild: Das japanische HTV-7 vor dem Greifarm der ISS und einer Sturmzelle auf der Erde; Credit: JAXA