Am 16. September brachte eine indische Trägerrakete des Typs PSLV zwei britische Erdbeobachtungssatelliten in eine polare, sonnensynchrone Erdumlaufbahn.  Der Start von SSTL S1-4 und NovaSAR-1 erfolgte von der Startanlage 1 des Satish Dhawan Raumfahrtzentrums auf der ostindischen Insel Shriharikota. Beide Satelliten wurden von Surrey Satellite Technology Ltd (oder kurz: SSTL) entwickelt und gebaut.

Die Mission begann um 18:37 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die vier Antriebsstufen der 44 Meter hohen Rakete hatten ihre Arbeit nach einer Flugzeit von 16 Minuten und 46 Sekunden abgeschlossen. Eine gute Minute später wurden die beiden Satelliten in 588 Kilometern bei einer Bahnneigung von 97,8 Grad zum Äquator freigegeben.

Die PSLV flog bei diesem Einsatz in der selten eingesetzten Version PSLV-CA. CA steht dabei für "Core alone" und bedeutet, dass für den Start neben der feststoffbetriebenen Zentralstufe keine zusätzlichen Feststoffbooster verwendet werden. In der Regel werden bei Missionen der PSLV unterschiedliche Kombinationen von Starthilfs-Boostern eingesetzt. Die CA-Variante flog zum letzten Mal vor drei Jahren. Insgesamt war es der 44. Einsatz einer PSLV-Rakete. 42 Missionen waren erfolgreich, ein Einsatz kann als Teilerfolg gewertet werden.

Bei NovaSAR-1 handelt es sich um einen etwa 450 Kilogramm schweren SAR-Satelliten (SAR für: Synthetic Aperture Radar), der Radarbilder der Erde produziert. Das SAR-System für NovaSAR-1 stammt von Airbus Defence and Space in Portsmouth. Der Satellit trägt außerdem noch ein AIS-System für das Tracking von Schiffen. Er ist das Produkt einer Public-Private-Partnership zwischen der britischen Regierung, Surrey Satellit Technology Ltd. und Airbus Defence and Space. Das Raumfahrzeug stellt eine Technologiedemonstration für sehr leichte und kompakte Radar-Bildgeber dar. Betrieben wird das Raumfahrzeug vom SSTL Spacecraft Operations Centre im englischen Guildford.

S1-4 verfügt über eine hochauflösende optische Kamera an Bord. Auch dieser Satellit wies eine Startmasse von etwa 450 Kilogramm auf. Er ist quasi ein "werkseigener" Satellit für SSTL für die der Vertrieb von Erdbeobachtungsdaten (über die in Singapur eingetragene Firma 21AT, das für „Twentyfirst Century Aerospace Technology Ltd. steht) eines der Geschäftsfelder des Unternehmens ist. Drei ähnliche Satelliten betreibt 21AT bereits.

Bild: NovaSAR-1 und S1-4 werden in die Fairing der Rakete integriert; Credit: ISRO