China brachte in den frühen Morgenstunden des 25. August zwei Navigationssatelliten der Beidou-Konstellation in eine mittelhohe Erdumlaufbahn. Die Mission war der 23. Orbital- oder Sondenstart dieses Jahres für China. Damit hat das Land bereits jetzt mehr Missionen auf den Weg gebracht, als jemals zuvor in einem einzelnen Jahr. Dabei ist es erstaunlich, dass es bisher im August nur einen einzelnen Orbitalstart gab. In den vergangenen Monaten dieses Jahres oszillierte die Zahl stets zwischen zwei und fünf.

Der Start von Beidou 3M11 und 3M12 erfolgte vom Startkomplex 3 des zentralchinesischen Weltraumzentrums Xichang. Es waren dies die Navigationssatelliten Nummer 10 und 11 die China in diesem Jahr bereits gestartet hat. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 3B/Y1 eingesetzt. Diese Rakete weist ein Startgewicht von 460 Tonnen auf und ist in der Lage, Nutzlasten mit einem Gewicht von bis zu 5.500 Kilogramm in eine geostationäre Transferbahn zu befördern.

Die Startmission begann um 1:52 Uhr mitteleuropäischer Zeit (entsprechend 7:52 Uhr Ortszeit) und dauerte bis zum Absetzen der beiden Einheiten etwa vier Stunden. Die Raumfahrzeuge, es sind die Nummern 35 und 36 die für das Beidou-System gestartet werden, sind für das mittelhohe Bahnsegment der Konstellation bestimmt. Ihr Orbit bewegt sich auf einer halbsynchronen Erdumlaufbahn in etwa 21.500 Kilometern Erdabstand bei einer Bahnneigung zum Äquator von 55,5 Grad.

Nach offizieller chinesischer Lesart handelt es bei den beiden neuen Einheiten um den 30. und 31. Satelliten in der Beidou-Konstellation. Dabei werden die ersten vier Beidou 1 - Versuchssatelliten zu Beginn des Programms nicht berücksichtigt. Sie wurden zwischen 2000 und 2007 mit Raketen des Typs Langer Marsch 3A gestartet.

Zwei chinesische Institutionen, nämlich CAST/CASC und SECM (Shanghai Engineering Center for Microsatellites) wurden für Entwicklung und Bau der Beidou 3 Satelliten ausgewählt. Die beiden aktuellen Einheiten stammen von SECM. Sie haben eine Masse von je 1.060. Die Solargeneratoren stellen eine elektrische Leistung von 1.700 Watt zur Verfügung, und die Einheiten sind für eine Lebensdauer von mindestens 10 Jahren ausgelegt.

Bis zum Ende des Jahres wird noch der Start von drei weiteren Beidou-Paaren erwartet. M13 und M14 im September, M15 und M16 im Oktober und M17 und M18 im November. Dann werden auch insgesamt zwischen 35 und 40 chinesische Missionen stattgefunden haben. Damit könnte China, von der Anzahl der Starts her gesehen, erstmals weltweit die Nummer 1 in der Raumfahrt werden.

Bild: Start der Langer Marsch 3B mit Beidou 3M11 und 3M12; Credit: ChinaNews