Die Ariane 5 ES, die Variante der europäischen Großträgerrakete mit einem wiederzündbaren Oberstufentriebwerk, war in den letzten Jahren nur noch gelegentlich im Einsatz gewesen. Bei ihrem nun unwiderruflich letzten Flug, am 25. Juli, brachte eine Rakete dieses Typs vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou aus vier neue Einheiten der Galileo-Navigationssatellitenserie in den Orbit. Insgesamt die Flugeinheiten 23-26 (wenn man die Testsatelliten zu Beginn des Programms dazuzählt). Die einzige verbliebene Version, die nun bis zur Außerdienststellung der Ariane 5 betrieben wird, ist die Variante Ariane 5 ECA.

Die Rakete, die an diesem Tag eingesetzt wurde, war die 100., die jemals gebaut wurde und die insgesamt 99. die auch tatsächlich gestartet wurde. Der Flug VA244 ist der dritte Einsatz einer Ariane 5 für die Stationierung des Galileo-Systems. Bei jedem der Einsätze wurden jeweils vier Satelliten transportiert. Dazu kamen noch insgesamt sieben Einsatze der Sojus, mit denen 14 weitere Satelliten zwischen Oktober 2011 und Mai 2016 gestartet wurden.

Die Startmission begann um 13:25 Uhr mitteleuropäischer Zeit am Startkomplex ELA 3 und dauerte fast vier Stunden. Um die endgültige Umlaufbahn zu erreichen waren zwei Brennmanöver des Aestus-Oberstufentriebwerks notwendig. Dann wurden die vier Satelliten paarweise im Abstand von 20 Minuten freigegeben. Die Absetzbahn befand sich dabei in 22.900 Kilometern Höhe, etwa 300 Kilometer unterhalb der Einsatzbahn der Galileo-Konstellation.

Die Satelliten wiegen ohne Adapter jeweils 718 Kilogramm. Sie wurden von der OHB System AG in Bremen gebaut. Das Gesamtgewicht der Nutzlast, inklusive des Mehrfach-Startadapters betrug 3.287 Kilogramm.

Damit ist an sich der Aufbau der Galileo-Grundkonstellation mit 24 Flugeinheiten zwar abgeschlossen, allerdings befinden sich inzwischen eine Reihe nur mehr bedingt einsatzfähiger Satelliten im System. Zwei davon wurden von ihrer Sojus-Trägerrakete im falschen Orbit abgeliefert, einer hat Probleme mit der Stromversorgung und bei einem sind mehrere der Atomuhren an Bord ausgefallen. Der nächste Galileo-Start wird bereits mit der Ariane 6 erfolgen, dann wahrscheinlich mit der zweiten Flugeinheit der neuen Rakete etwa Anfang des Jahres 2021.

Bild: Startposter der Ariane Mission VA 244; Credit: Arianespace