China brachte am 27. Juni vom zentralchinesischen Weltraumbahnhof Xichang zwei Technologiesatelliten mit den Bezeichnungen XJSW-A und XJSW-B in den Orbit. Als Träger wurde eine Rakete des Typs Langer Marsch 2C verwendet. Die Nachricht kommt ein wenig überraschend, denn eigentlich war für diesen Termin und diesen Ort der Start eines Trios von Aufklärungssatelliten der Yaogan 30-Reihe vorgesehen. Die Mission war der 18. Orbital- oder Sondenstart Chinas in diesem Jahr.

Der Einsatz begann um 5:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit, entsprechend 11:30 Uhr Ortszeit, an der Anlage 3 des Startkomplexes. Zwei Stunden nach dem Liftoff gab die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua den Erfolg der Startmission bekannt. Auffallend war, dass die Satelliten offensichtlich ungewöhnlich voluminös waren, denn sie passten nicht unter die Standard-Fairing der Langer Marsch 2C, so dass eine vergrößerte Nutzlastverkleidung eingesetzt wurde.

Über den Einsatzzweck der Raumfahrzeuge hielt sich die Nachrichtenagentur bedeckt. Die Information gab lediglich allgemeine Hinweise zu „Inter-Satelliten-Netzwerken und Technologieversuchen zur Erdbeobachtung“. Wahrscheinlich handelt es sich um Testnutzlasten für die geplante Hongyan-Konstellation von CAST, mit einer größeren Anzahl von Kommunikations- oder Internetsatelliten im niedrigen Erdorbit, ähnlich wie Iridium und Globalstar oder One Web und Starlink. Das Perigäum liegt bei 460 Kilometern, das Apogäum bei 485 Kilometern. Die Bahnneigung zum Äquator liegt bei ungewöhnlich niedrigen 35 Grad.

Bild: Start der Langer Marsch 2C vom Raumfahrtzentrum Xichang. Credit: Xinhua